Harter Abend im Alt Werdohl

Mark Schmidt (rechts) und Mike Kintscher von Fullstack in voller Fahrt: Ihr 70er-/80er-Jahre Heavy Metal aus Unna kam beim Publikum bestens an. - Fotos: Koll
+
Mark Schmidt (rechts) und Mike Kintscher von Fullstack in voller Fahrt: Ihr 70er-/80er-Jahre Heavy Metal aus Unna kam beim Publikum bestens an. - Fotos: Koll

Werdohl - Es sollte ein langer Konzertabend unter dem Motto „Rock aus’m Sauerland“ in der Musikkneipe werden, aber die für März typische Erkältungswelle machte einen Strich durch die Rechnung. Nachdem die Band V2A aus Hemer ausfiel, weil Keyboarderin und Sängerin Mona Waldminghaus krank das Bett hüten musste, versuchte Kultwirt Jürgen „Pöngse“ Krutzsch noch Ersatz zu bekommen. Doch wo er auch nachfragte: Überall gab es weitere Krankmeldungen.

Und so traten nur zwei Gruppen in Pöngses Wohnzimmer auf. Den Anfang machten am frühen Samstagabend Livehight – ebenfalls aus Hemer. Das Quartett hatte die Idee zu diesem für das Alt Werdohl doch etwas untypischen Abend, denn es ging musikalisch eine Spur härter zu als gewohnt. Das war aber durchaus im Sinne des Werdohler Publikums, die Musikkneipe war gut gefülllt. Wobei zumiindest die zweite Band des Abends viele Fans mitgebracht hatte, die sich schon vor deren Gig hörbar auf einige Songs aus dem Set freuten.

Und so sangen Livehight – übrigens mit deutschen und mit englischen Texten – ein Loblied auf das Live-Erlebnis beim Fußball. Der Punkrock-Kracher „Arena“ schaffte gleich zu Beginn Stimmung in Pöngses Wohnzimmer.

Livehight ist eine originäre Wortschöpfung der vier Sauerländer. Der englisch anmutende Begriff spielt auf einen deutschen Haushaltswaren-Hersteller an und soll übersetzt sowas bedeuten wie „auf der Höhe des Lebens“. Die Truppe besteht aus Sänger Carsten Opdenakcer, Gitarrist Kersten Isbrecht, Bassist Volker Marzi und dem Schlagzeuger Jan Liebermann.

Dass die Musiker sich und das Leben nicht allzu bierernst nehmen, wurde auch anhand ihrer Texte, die hier und da ein Augenzwinkern aufwiesen, deutlich. Die Musik nehmen sie allerdings sehr ernst. Das kam an bei den Zuschauern.

Ernster ging es da schon bei der zweiten Band des Abends zu: Fullstack. Allein Liedtitel wie „Velocity of Life“ (zu deutsch: Geschwindigkeit des Lebens) sprachen da eine deutliche Sprache. Der Vierer kommt aus Unna. Das liegt zwar nicht im Sauerland, aber immerhin im angrenzenden Westfalen. Die Heavy-Metal-Combo gibt es in diesem Jahr bereits ein Vierteljahrhundert. Fünf CDs hat die Combo seit ihrer Gründung produziert.

Und das war zu hören – nicht nur an der Qualität der pefekt eingespielten Truppe, sondern auch an dem 80er-Jahre-Sound der Songs wie „Angel Eyes“. Doch bei Stücken wie „Beyond Your Solitude“ (Jenseits Deiner Einsamkeit) klangen auch die 70er-Jahre in Form von Black Sabbath an, die als Erfinder des Metal-Genres gelten.

Fullstack (zu deutsch in etwa: volle Wut) bestehen aus dem variablen Sänger Mark Schmidt, dem auf schnelle, harte Riffs spezialisierten Lead-Gitarristen Mike Kintscher, dem knochentrockenen Bass als Song-Grundgerüst von Dete Greis und dem druckvollen Drum-Spiel von Thomas Schmidt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare