Schwierige Suche nach Platz für Werdohler Oberstufenschüler

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Die Gesamtschule am Riesei hat mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen.

Werdohl - Die Diskussion um die Entwicklung der Schullandschaft in Werdohl sorgt bei vielen Eltern für Verunsicherung. Für Schüler, die das Abitur anpeilen, gibt es im Stadtgebiet keine Alternative zur Albert-Einstein-Gesamtschule. Die Gymnasien in den Nachbarstädten und die Freie Waldorfschule Neuenrade könnten Schüler aufnehmen – allerdings sind die Kapazitäten größtenteils begrenzt.

Sollte es keine Gesamtschule mehr geben, müssten Oberstufenschüler in jedem Fall einen weiteren Schulweg in Kauf nehmen, um nach Neuenrade, Plettenberg, Altena oder Lüdenscheid zu gelangen. Bereits jetzt treffen sich an jedem Morgen viele Schüler am Bahnhof, um von dort mit dem Zug Richtung Altena zu fahren. „Unsere Schule ist momentan sehr voll“, berichtet Hans-Ulrich Holtkemper, Leiter des Burggymnasiums in der Nachbarstadt. Insgesamt besuchen zurzeit 942 Kinder und Jugendliche das vierzügige Gymnasium. „Darunter sind schon jetzt viele Schüler aus Werdohl und Neuenrade“, sagt der Oberstudiendirektor. Eine Erklärung für den regen Zulauf am Burggymnasium sieht er auch in der Entwicklung der Schülerzahlen: Entgegen dem Landestrend seien diese in Altena in den vergangenen Jahren stetig angestiegen.

780 Kinder und Jugendliche nähmen zurzeit am Unterricht im vierzügigen Albert-Schweitzer-Gymnasium in Plettenberg teil, berichtet Schulamtsleiter Christoph Wilk. „Wir rechnen mit 100 Schülern pro Jahrgang“, erklärt er. Betrachte man die Klassenfrequenzrichtwerte, könnten zusätzliche Schüler aufgenommen werden. Sollte es aber dazu kommen, dass die Zahl der Anmeldungen die zur Verfügung stehenden Plätze überschreite, würden auf jeden Fall Schüler bevorzugt, die im Bereich der Stadt Plettenberg wohnen, stellt Wilk fest.

Standort-Schüler werden bevorzugt

Zu einem solchen Engpass sei es in den vergangenen Jahren aber nie gekommen, erklärt Elisabeth Minner, Leiterin des Gymnasiums in der Vier-Täler-Stadt. „Wenn die Kinder die notwendigen Voraussetzungen, also die Empfehlung oder auch die eingeschränkte Empfehlung mitbringen, bekommen sie einen Platz. Egal aus welcher Stadt sie kommen,“ unterstreicht die Schulleiterin. Bereits jetzt würden zahlreiche Schüler aus Werdohl und auch aus Neuenrade am Albert-Schweitzer-Gymnasium unterrichtet.

Sehr begrenzt seien die Kapazitäten in der fünften Klasse der einzügigen Waldorfschule, erklärt Claudia Malcus, die für die Öffentlichkeitsarbeit an der Neuenrader Privatschule zuständig ist. „Für die sechste Klasse gibt es sogar eine Warteliste“, berichtet sie. Anders sehe in der Oberstufe aus. „In der Klassen 12 und 13 beginnen die intensiven Vorbereitungen auf das Abitur. Dann können jederzeit Quereinsteiger dazukommen“, sagt Malcus.

Besonderheiten der Waldorfschule

Allerdings gibt sie zu bedenken, dass es sinnvoll sei, schon zu einem früheren Zeitpunkt – beispielsweise in der siebten oder achten Klasse – zur Waldorfschule zu wechseln. „Dann finden sich Quereinsteiger in unserem System besser zurecht“, weist Malcus auf Besonderheiten der Waldorfschule hin – etwa zusätzliche Fächer oder zahlreiche Praktika.

Auch die drei Lüdenscheider Gymnasien werden von Kindern und Jugendlichen aus Werdohl besucht. Das Bergstadt-Gymnasium in Lüdenscheid ist überwiegend vierzügig, 915 Schülerinnen und Schüler werden momentan dort unterrichtet. „Grundsätzlich haben wir noch Kapazitäten“, sagt Schulleiter Dieter Utsch. Allerdings räumt der Oberstudiendirektor ein: „Es ist nicht möglich, von jetzt auf gleich 30 Schüler zusätzlich aufzunehmen.“ Sollte die Nachfrage deutlich ansteigen, könnten eventuelle Lösungen stets nur in Absprache mit dem Schulträger und der Bezirksregierung gesucht werden. „Wir haben unsere Klassen in den vergangenen Jahren immer problemlos füllen können“, erklärt Sebastian Wagemeyer, Leiter des Zeppelin-Gymnasiums in Lüdenscheid. Der Oberstudiendirektor stellt fest: „Wir sind dreizügig und mehr ist einfach nicht drin. Dafür gibt es in unserer Schule auch keine räumlichen Kapazitäten.“

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