Grüne Damen sorgen für Menschlichkeit

Auf 17 Personen angewachsen ist innerhalb von 35 Jahren die Gruppe der Grünen Damen und Herren an der Stadtklinik. Am Dienstag war Zeit, um ihnen für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu danken. - Foto: Griese

Werdohl - Sie laden kranke und hilfebedürftige Menschen zum Gespräch ein, erledigen kleine Besorgungen, lesen ihnen vor, teilen Ängste und spenden Zuversicht oder halten einfach nur ihre Hand: Seit 35 Jahren bieten die Grünen Damen und Herren an der Stadtklinik Werdohl den Patienten eine wertvolle Abwechslung vom Klinikalltag.

Das 35-jährige Bestehen dieses Angebotes wurde am Dienstag groß gefeiert. Die Leiterin der Grünen Damen an der Stadtklinik, Marga Holst, selbst seit 32 Jahren aktiv, blickte auf die Anfänge zurück und skizzierte die Entwicklung: „Beim Start im Jahr 1981 waren wir fünf Damen auf nur einer Station. Heute sind wir 15 Damen und zwei Herren, die die Patienten auf allen Stationen und die Bewohner im angeschlossenen Seniorenheim besuchen!“ Der Arbeitsumfang habe sich im Laufe der Jahre geändert, die grundsätzliche Aufgabenstellung jedoch nicht. „Die Verweildauer ist heute kürzer, aber die Patienten haben nach wie vor Ängste und Sorgen. Wenn es uns gelingt, die Patienten zum Lächeln zu bringen, ist schon viel erreicht“, sagte Holst, deren Motivation im sozialen Engagement liegt: „Wir helfen den Patienten, indem wir ihnen eine Zeitung besorgen oder ihnen beim Aufstehen helfen. Wir können die Dinge tun, zu denen die Pflegekräfte nicht immer die nötige Ruhe und Zeit finden.“

Anerkennung erhielten die ehrenamtlich tätigen Träger der lindgrünen Kluft auch von Pflege- und Verwaltungsleiterin Christine Lehnert: „Unsere 15 Grünen Damen und zwei Grünen Herren schenken Zeit, sie sprechen und hören zu, sind mit dem Bücherwagen auf den Stationen unterwegs, beruhigen vor einer Operation, kurz: Sie helfen bei all den kleinen Dingen, die ein Krankenhausaufenthalt mit sich bringt.“ Auch Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken, lobte das Engagement der Freiwilligen: „Sie haben eine wichtige Rolle für die menschliche Atmosphäre in der Stadtklinik. Wir sind froh und sehr dankbar, dass sie mit ihrer Arbeit eine großen Beitrag zum Wohlbefinden und zur Genesung unserer Patienten leisten.“ Auch das Image der Stadtklinik hänge an diesem Engagement.

Pfarrer i.R. Rüdiger Schmale verglich die Tätigkeit der Grünen Damen und Herren bildlich mit einem Blümchen, das sich über die Jahre zu einer prachtvollen Blume entwickelt habe, und hob die menschliche Wärme hervor, die die Gruppe durch ihr Engagement verbreite: „Das tut unserer Gesellschaft gut“, sagte er.

Die Tätigkeit von Grünen Damen und Herren ist komplex und stellt große Herausforderungen an die eigene Persönlichkeit. Sie müssen sich im komplizierten Gefüge des Krankenhauses zurechtfinden, unterordnen und gleichzeitig selbstbewusst und sensibel auftreten. Sie müssen ein Gespür dafür entwickeln, wo sie gebraucht werden und wo Patienten vielleicht auch Abstand wollen. Im Prinzip kann aber jeder ab 18 Jahren mitmachen, ob noch berufstätig oder bereits im beruflichen Ruhestand. Verstärkung ist willkommen an der Stadtklinik, obwohl die Gruppe aus Sicht von Marga Holst kein echtes Nachwuchsproblem hat. „Wünschen würden wir uns aber vielleicht eine türkische oder türkischstämmig Helferin“, sagte sie mit Blick auf die besondere Bevölkerungsstruktur in Werdohl. Weitere Informationen gibt Marga Holst unter Tel. 0 23 92/6 26 80.

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