Kurzweilige Zeitreise

Großer Andrang bei Peter Kölsches Vortrag über Alt Pungelscheid

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Das Interesse an dem heimatgeschichtlichen Vortrag von Peter Kölsche am Mittwochabend in der Volkshochschule war groß, es mussten sogar noch einige Stühle hinzugestellt werden.

Werdohl - Einen fast einstündigen, kurzweiligen Vortrag zum Thema „Alt Pungelscheid neu entdecken“ hielt der von Volkshochschul-Leiterin Barbara Funke als „Heimatforscher“ angekündigte Peter Kölsche am Mittwochabend in der VHS vor einem großen Publikum. 

Aufgrund des starken Andrangs mussten Funke, Kölsche und der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Heiner Burkhardt, der zu diesem Abend mit eingeladen hatte, noch einige Stühle zusätzlich in den Raum tragen. 

Mehrere hundert Jahre ging Kölsche zu Beginn seiner Ausführungen zurück. In seiner Vortrags-Reihe „Werdohler Ansichten“ beschäftigte er sich dieses Mal mit den Geschehnissen rund um den Pungelscheider Adel.

Im Zentrum stand dabei zunächst Franz Bernd Johann von Neuhoff, der am 23. Oktober 1664 als Sohn von Anna Elisabeth und Dietrich Steffen von Neuhoff zur Welt kam. Franz Bernd Johann von Neuhoff heiratete um 1700 seine große Liebe, die Witwe Christina Elisabeth von Bettlenberg, genannt Kessel. 

Peter Kölsche vermittelte kurzweilig alte Werdohler Geschichte.

Diese hatte zuvor sieben Kinder geboren, die aber allesamt bereits verstorben waren. Von Neuhoff entwarf für seine geliebte Frau ein Wappen. Darin enthalten war eine dreigliedrige Kette. Diese taucht noch heute im Werdohler Stadtwappen auf. Das Wappen zu Ehren von Christina Elisabeth, teilte der Referent Kölsche mit, „hängt noch heute im Werdohler Rathaus“.

Nach dem Tode seiner großen Liebe am 4. Oktober 1747 heiratete Franz Bernd Johann von Neuhoff bald erneut. Dass seine neue Gattin Amalia Wilhelmina Elisabeth jedoch 26 Jahre jünger war als er selbst, bedeutete damals einen „Skandal“. Und die Beziehung brach dem Adligen das Herz. Nur 14 Tage nachdem er bemerkt hatte, dass seine zweite Frau Ehebruch begangen hatte, verstarb Franz Bernd Johann von Neuhoff am 1741 im Alter von 77 Jahren. 

Er war zu dem Zeitpunkt hoch verschuldet. „Sein erbberechtigter Sohn Friedrich Wilhelm schlug deshalb das Erbe aus und wurde in Pungelscheid nie wieder gesehen“, berichtete Kölsche. Friedrich Wilhelms Mutter Amalia Wilhelmina Elisabeth blieb jedoch dort und betrieb gemeinsam mit zwei Töchtern Landwirtschaft. Kölsche beschrieb die Witwe als „eine wohl sehr bestimmende Person“. 

Amalia Wilhelmina Elisabeth sei von der Bevölkerung so auch als „Frau Generalin“ bezeichnet worden. Diese verstarb dann 1786. Sie wurde 86 Jahre alt. Durch einen Blitzeinschlag brannte die Burg Pungelscheid 1797 ab. An ihrer Stelle wurde dann ein westfälisches Bauernhaus errichtet. 1825 endete die Regentschaft des Pungelscheider Adels. In diesem Jahr verkaufte Adolf von Khyanach – der Enkel von Franz Bernd Johann von Neuhoff – den Pungelscheider Hof.

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