GPA-Empfehlung: Geschwister-Ermäßigung in den Wedohler Kitas überdenken

Auch die städtische Kindertageseinrichtung Wunderkiste in Ütterlingsen (hier ein Archivbild) wurde untersucht.

Werdohl - Die Ermäßigung der Elternbeiträge für Geschwisterkinder, die in einer städtischen Kita betreut werden, soll erneut auf den Prüfstand.

Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hat die Tagesbetreuung für Kinder in Werdohl von September 2014 bis März 2015 geprüft – und der Verwaltung eine entsprechende Empfehlung vorgelegt.

Mit diesem und weiteren Details aus dem Prüfbericht beschäftigt sich der Jugendhilfeausschuss am kommenden Mittwoch (17 Uhr, Rathaus, öffentliche Sitzung).

Dass die Verwaltung die sinkenden Einwohner- beziehungsweise Kinderzahlen im Blick behält und regelmäßig bei der Kindergartenbedarfsplanung berücksichtigt, sei selbstverständlich. „Die Stadt trägt damit der GPA-Empfehlung bereits Rechnung“, heißt es folglich in der entsprechenden Verwaltungsvorlage.

Erstattungsmöglichkeit durch Nachbarkommunen

Im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern, die nicht in Werdohl wohnen, weisen die Prüfer auf die entstehenden Kosten und die Erstattungsmöglichkeit durch die Nachbarkommunen hin. Momentan würden allerdings nur drei auswärtige Kinder in den Werdohler Kitas betreut. „Aus diesem Grund wird auf eine Erstattung der Betreuungskosten durch die Nachbarkommunnen verzichtet“, erklärt die Verwaltung. Zudem werde das auch in den Nachbarkommunen – dort werden auch Werdohler Kinder betreut – so gehandhabt.

Mit Blick auf die Elternbeiträge schlägt die GPA vor, die Verwaltung möge die höchste Einkommensstufe auf mindestens 100 000 Euro erhöhen, aufgrund des größeren Aufwandes getrennte und höhere Beiträge für unter dreijährige Kinder erheben – und die Ermäßigung der Beiträge für Geschwisterkinder prüfen.

Keine Stimmung

Die Stadt reagiert auf diese Vorschläge mit einem Hinweis auf die Beitragsanpassung im Mai 2013, der eine intensive Beteiligung der im Ratsfraktionen und der Elternschaft vorausging: „Vorschläge der Verwaltung, die in Richtung der jetzt von der GPA empfohlenen Veränderungen zielten, fanden seinerzeit keine Stimmung.“ Die U-3-Betreuung sei in Werdohl auf einem vergleichsweise niedrigen Stand. Gebührenerhöhungen in diesem Bereich erscheinen daher aus Sicht der Verwaltung eher wenig sinnvoll. „Die Ermäßigung der Elternbeiträge der Geschwisterkinder dient dazu, junge Familien finanziell zu entlasten“, heißt es weiter in der Vorlage. Dennoch beabsichtige die Verwaltung, über die Empfehlung der GPA im Jugendhilfeausschuss erneut zu beraten.

Aus Sicht der Verwaltung ist eine Ausweitung der Beitragstabelle oberhalb der derzeit bestehenden Höchstgruppe (68 000 Euro Einkommen) möglich und sinnvoll: „Hier könnten drei bis vier weitere Beitragsgruppen eingeplant werden. Die Steigerung der Beiträge würde dann zukünftig bei einem Jahreseinkomen von 74 000, beziehungsweise 76 000 Euro, enden.“ Die Verwaltung rechne dabei mit geringfügigen Einnahmesteigerungen. Derzeit seien 31 Familien in der höchsten Beitragsstufe eingestuft – oberhalb von 68 000 Euro Jahreseinkommen.

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