Brummifahrer fährt unbemerkt Ampel um - Verfahren eingestellt

Werdohl - Nicht gut bekam einer Ampel in Werdohl die Vorbeifahrt eines Sattelaufliegers am frühen Nachmittag des 20. Juli: Das Lichtzeichen lag flach, doch davon wollte der Fahrer (59) nichts bemerkt haben, als er sich mit 21,5 Tonnen Motorendeckeln auf den Weg nach Frankreich machte.

Passanten bemerkten die Kollision und benachrichtigten die Polizei, die den Fahrer noch in Werdohl stoppte. Im Amtsgericht Altena sollte er sich nun wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verantworten, nachdem er gegen einen entsprechenden Strafbefehl Widerspruch eingelegt hatte.

„Ich habe gemerkt, dass ich mit der linken Ecke Probleme kriegen würde“, erklärte der Angeklagte. Daraufhin sei er sehr vorsichtig an der Ampel und einem Verkehrsschild vorbeigefahren, das der Auflieger ganz leicht ohne irgendwelche Beschädigungen berührt habe. Einen weiteren Zusammenstoß habe er nicht bemerkt.

Ein Zeuge habe ihn ansprechen wollen. Darauf reagierte der Angeklagte aber offenbar nicht: „Sollte ich die Polizei holen, wenn kein Schaden entstanden war?“ Der Passant rief daraufhin die Polizei an, die einen Schaden von immerhin 4000 Euro feststellte. Erst nach der Rückkehr an den Tatort habe er „gesehen, dass die Ampel flachlag und das Verkehrszeichen verdreht war“, erklärte der Angeklagte.

„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie es passiert ist.“ Vor allem ein Umstand sprach dafür, dass es tatsächlich so gewesen sein könnte: Stolze 16 Meter liegen zwischen der Front und dem Heck einer Zugmaschine mit Sattelauflieger – ein weiter Weg auch in akustischer Hinsicht.

Der Angeklagte führte darüber hinaus – etwas zweifelhaft – viel Erfahrung ins Feld: „40 Jahre und sieben Millionen Kilometer“. Richter Dirk Reckschmidt wollte nicht ausschließen, dass das Unfallgeschehen irgendwie am Angeklagten vorbeigegangen war und bot eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 500 Euro an. Diesen Vorschlag akzeptierte der 59-Jährige.

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