Realschule passt ganz genau in das Hauptschulgebäude

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Die GPA-Prüfer regen an, über eine Aufgabe des Rasenplatzes am Riesei nachzudenken.

Werdohl - Die Stadt Werdohl ist gezwungen, aus finanziellen Gründen ihre Strukturen an den sich fortsetzenden Rückgang der Einwohnerzahlen anzupassen. Das ist das Kernanliegen der Prüfer der Gemeindeprüfungsanstalt NRW, deren Prüfbericht für das Jahr 2014 jetzt öffentlich vorliegt.

Konkret regen die Prüfer an, die Zahl der Schulgebäude und Turnhallen an die tatsächlichen Schülerzahlen anzupassen.

Das ist zwar nichts grundlegend Neues in der seit Jahren laufenden Einspar-Diskussion in Rat und Verwaltung, der Prüfbericht liefert allerdings deutliches Zahlenmaterial und Fakten für die anstehenden Entscheidungen. So ist zum Beispiel klar, dass im kommenden Jahr die Erich Kästner-Hauptschule auslaufen wird und damit das noch relativ neue Schulgebäude am Riesei frei wird. Abseits gesellschaftlicher und schulpädagogischer Argumente liefert der GPA-Bericht handfeste Aussagen. Im zusammenfassenden Vorbericht der überörtlichen Prüfung heißt es überraschend konkret: „Der Flächenbedarf der Realschule entspricht fast exakt der Gesamtfläche des Hauptschulgebäudes. Dieses wäre nach dem Auslaufen der Hauptschule somit der ideale Standort für die Realschule.“ Gesamtschule und Realschule könnten dann ein Schulzentrum bilden und die Fachräume schulformübergreifend nutzen.

Empfehlung wird relativiert

Im detaillierten Prüfbericht für den Bereich der Schulen wird diese Empfehlung zur Verlegung der Realschule etwas relativiert: Alternativ zur Aufnahme der Realschule könnte im Gebäude am Riesei auch eine drei- bis vierzügige Grundschule aufgenommen werden. Schließlich ist auch schon länger bekannt, dass bei den weiter rückläufigen Schülerzahlen auch eine Grundschule zur Disposition steht. Der GPA-Bericht weist auf die Schule in Kleinhammer: „Die Grundschule Kleinhammer ist nicht mehr eigenständig und zum Teilstandort (...) geworden, zum Abbau des Flächenüberhangs sollte die Stadt eine Grundschule schließen.“ In der Konsequenz dieser Überlegungen empfehlen die GPA-Prüfer: „Die Realschule – alternativ zwei Grundschulen – sollten dann verkauft beziehungsweise abgerissen werden.“

2018 sechs Schulturnhalleneinheiten überflüssig

Zusätzlich bestünden bald Überkapazitäten von rund vier Schulturnhalleneinheiten mit einer Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern. In 2018 seien sogar sechs Schulturnhalleneinheiten überflüssig. Aktuell wird hier die Aufgabe der Turnhalle Eveking genannt, in der schon länger ausschließlich Vereinssport stattfindet. Die Halle sollte am besten vollständig an den Verein übertragen werden. Ganz rigoros heißt es in dem Bericht: „Nicht ins Eigentum von Vereinen übertragbare Hallen sollten verkauft oder abgerissen werden.“

Bei der Überprüfung der Sportaußenanlagen stieß die GPA auf den Rasenplatz am Riesei: Der Platz sei in einem schlechten Zustand und nur 55 Prozent ausgelastet. Zu einer Schließungsempfehlung aus Kostengründen können sich die Prüfer nicht durchringen: Die Stadt solle die Frage klären, ob der Platz zukünftig noch erforderlich ist.

Elternbeiträge sollen steigen

Weitere konkrete Vorschläge der GPA weisen darauf hin, an welchen Stellen im Haushalt noch Geld einzusparen ist: Die Elternbeiträge für Kindertagesstättenplätze sollten in der höchsten Einkommenstufe angehoben werden; die Anzahl der städtischen Spielplätze sollte weiter verringert werden; die Anzahl der Stellen in den Schulsekretariaten sollte überprüft werden.

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