Wahre Geschichte über ein Leben voller Schmerz

Unter ihrem Geburtsnamen hat die gebürtige Werdohlerin Nurgül Yenigün ihr neues Buch veröffentlicht. Darin erzählt sie die dramatische Lebensgeschichte einer jungen Türkin.

Werdohl -  Die gebürtige Werdohlerin Nurgül Yenigün (36) hat ein neues Buch veröffentlicht. Nach ihrem Gedichtband „Ana“ hat sie diesmal einen Roman geschrieben – erneut in türkischer Sprache. In „Yasemin’in Savasi“ („Yasemins Kampf“) erzählt sie vom Schicksal einer jungen Türkin.

Vor rund anderthalb Jahren hat Nurgül Yenigün bereits einen türkischen Gedichtband herausgebracht, in denen sie ihre Trauer über den Tod ihrer Mutter verarbeitet hat. Auch jetzt wagt sich die 36-jährige wieder an ein schwieriges Thema heran: In „Yasemin’in Savasi“ geht es auf 380 Seiten um Kinderarbeit, Zwangsheirat, Folter, Gewalt, Misshandlung und Inzest.

Detailreich beschreibt Yenigün aufregende, spannende und mitunter herzzerreißende Momente. Nach Yenigüns Angaben handelt es sich um die Schilderung der wahren Lebensgeschichte einer jungen Türkin, die mit sieben Jahren ihre Mutter verliert und mit zehn Jahren ihre Schule beenden muss, um zu arbeiten.

Nurgül Yenigün und ihr neues Buch.

Ihre Stiefmutter verheiratet sie mit 13 Jahren an einen Mann. Eine solche Zwangsehe ist nicht selten in der Türkei. Nach einer Studie der Frauenrechts-Organisation Kamer, die die 58 000 Frauen im kurdischen Südosten der Türkei befragt hat, gaben 4711 Frauen an, im Alter von 16 oder 17 Jahren verheiratet worden zu sein. 2217 waren sogar schon im Alter von 13, 14 oder 15 von ihren Eltern verheiratet worden, obwohl das in der Türkei offiziell verboten ist.
 
Auch Nurgül Yenigün, die das Buch unter ihrem Geburtsnamen Sönmez geschrieben hat, kennt solche Zahlen. „Es sind tausende Yasemins, die davon betroffen sind, die diesen oder einen ähnlichen Schicksalsschlag erleben mussten oder immer noch müssen“, sagt die Autorin.

Yenigün sucht Sponsoren für Fortsetzungsroman

Sie fühle sich geehrt, dass sie die Lebensgeschichte von Yasemin in diesem Roman habe zusammenfassen dürfen. Und sie hat auch schon eine Fortsetzung geplant, die „Yasemin’in Intikami“ („Yasemins Rache“) heißen soll. Um dieses Projekt realisieren zu können, sucht Yenigün noch Sponsoren, die mit Beträgen ab 250 Euro engagieren möchten.

Nurgül Yenigün, die in Kleinhammer die Grundschule und anschließend die Albert-Einstein-Gesamtschule am Riesei besucht hat, möchte ihr Buch am Sonntag, 6. März, anlässlich des dann bevorstehenden Weltfrauentages in Werdohl vorstellen.

Ab 15 Uhr findet dann in der Stadtbücherei eine Autorenlesung statt, organisiert vom Türkischen Frauen-Verein Werdohl. „Werdohl ist die Stadt, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Deshalb ist Werdohl von ganz besonderer Bedeutung für mich“, sagt sie. Anschließend sollen noch Lesetage in Altena folgen, wo Yenigün inzwischen lebt und arbeitet.

Drehbuch ihres Romans ist in Arbeit

Türkisch hat Nurgül Yenigün, deren Eltern 1969 als Gastarbeiter nach Werdohl kamen, übrigens erst als Jugendliche gelernt. Heute gehört sie in der Türkei zu den bekanntesten Schriftststellern, im April will sie am Bosporus Autogrammstunden geben und mit ihrem Verlag an Buchmessen teilnehmen. Sogar ein Drehbuch ihres Romans ist in Arbeit. Ihre Bücher können übrigens in der Werdohler Stadtbücherei ausgeliehen werden.

Bislang gibt es „Yasemin’in Savasi“ nur in türkischer Sprache, aber das muss nicht so bleiben. Die Autorin würde ihr Buch auch gerne auf Deutsch veröffentlichen. „Leider fehlt mir aber die Zeit, die Übersetzungsarbeit selbst in die Hand zu nehmen.“

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