Tierschutzverein: Füttern, massieren, kuscheln

Das war lecker – nach der Fütterung wird gekuschelt.

Werdohl - Die blauen Äuglein fest verschlossen schlägt die kleine Lupita wild um sich, während Constanze Carstens-Beste vom Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade ihr das Fläschchen gibt. „Sie ist besonders gierig, will immer schnell ihre Milch haben“, erklärt Carstens-Beste. Sie kümmert sich derzeit täglich um Lupita und deren Geschwister Zita und Gustav. Knapp einen Monat sind die Kätzchen alt.

Am 5. Mai erblickt das schwarz-weiße Trio das Licht der Welt. Doch ihr Start ins Leben steht unter keinem guten Stern. Kurz nach der Geburt wird die Mutter der drei von einem Auto überfahren – die Kleinen bleiben einsam zurück. Glücklicherweise finden Anwohner die Kätzchen und bringen sie zum Tierschutzverein. Gerade rechtzeitig, weiß Carstens-Beste. Sofort beginnt die Tierärztin, die Kleinen mit spezieller Katzenaufzuchtsmilch aufzupeppeln: „Sie waren erst drei Tage alt, als sie zu uns kamen, passten alle drei in eine Hand.“

Schlagartig stellen die Kleinen den Alltag von Carstens-Beste auf den Kopf. Alle drei, inzwischen alle vier Stunden, müssen die Kitten versorgt werden. Erst massiert Carstens-Beste ihnen die kleinen Bäuchlein damit die Kätzchen Urin und Kot abgeben: „In der Natur übernimmt das die Katzenmutter.“ Nach dem Säubern gibt es die Milch. Anschließend steht eine Kuschelstunde auf dem Programm: „Man kann die Mutter nicht ersetzen, den Kleinen aber doch etwas Nestwärme schenken.“

Und noch mehr Katzenkinder

Das Trio ist nicht der einzige Wurf, um den sich die Mitglieder des Tierschutzvereins derzeit kümmern. In der Auffangstation an der Gildestraße hat sich Katzenmama Nina mit ihren fünf Sprösslingen häuslich eingerichtet. Auch diese Kätzchen wurden am 5. Mai geboren. Ihre Mutter gehört zu den freilebenden Katzen einer Futterstelle des Tierschutzvereins. Nachdem Nina eingefangen wird, soll sie eigentlich kastriert und wieder zurück zu Futterstelle gebracht werden. Beim Tierarzt dann jedoch die Überraschung – Nina ist trächtig. „Das war nicht zu erkennen, weil Nina eine Langhaarkatze ist“, erklärt Carstens-Beste. Jetzt sollen die Kleinen in der Auffangstation an Menschen gewöhnt und später vermittelt werden. Für Mutter Nina geht es nach dem Abstillen und der Kastration zurück zur Futterstelle. Sie sei einfach zu scheu, habe Angst vor Menschen, weshalb sie nicht vermittelt werden könne.

Auch wenn die acht kleinen Kätzchen erst im Alter von zehn bis zwölf Wochen und damit erst im August in ein neues Zuhause abgegeben werden, könnten sich Interessierte schon jetzt auf eine Warteliste setzen lassen. Bevor eine Entscheidung darüber gefällt wird, wo die Katzen zukünftig ihr Leben verbringen, schauen die Mitglieder des Tierschutzvereins bei den potenziellen Herrchen und Frauchen vorbei, um sicher zu gehen, dass die Umgebung katzengerecht ist. Manchmal unterschätzten die neuen Besitzer, wie anstrengend ein Katzenjunges ist. Deshalb vergebe der Tierschutzverein die Samtpfoten erst nach einer Aufklärung und einer Bedenkzeit der Besitzer.

Auch Große suchen ein Zuhause

Kleine Kätzchen haben meist sehr gute Chancen auf eine Vermittlung, weiß Carstens-Beste. Anders ergeht es hingegen zum Beispiel Balthasar. Der schwarze Kater fristet nun schon länger ein trauriges Dasein in der Auffangstation. Zwar kümmern sich die Vereinsmitglieder liebevoll um das dreijährige Tier. Aber: „Unser Balthasar möchte so gern wieder Freigänger sein“, sagt Carstens-Beste. Auch sein Katzenkumpel Franklin sucht ein neues Zuhause. Der rote, anderthalbjährige Kater ist frisch kastriert und sehr verschmust. Sobald Menschen ins Zimmer kommen stehen auch die Geschwister Becki und Castle parat, freuen sich über jede Streicheleinheit, jedes liebe Wort. Zwar hängen die Tiere aneinander, zur Not könnten der weiße Kater und die weiß-graue Katzendame aber auch getrennt werden.

Morgen können sich Besucher in der Auffangstation, Gildestraße 26, einen Eindruck von den Tieren verschaffen. Von 14 bis 16 Uhr laden die Mitglieder des Tierschutzvereins zum Beschnuppern ein. Die ganz kleinen Katzen können noch nicht angesehen werden.

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