Bauhof-Mitarbeiter kümmern sich um Grünflächen im Werdohler Stadtgebiet

+
Mit einem so genannten Böschungsmulcher entfernen die Bauhof-Gärtner das Straßenbegleitgrün an der Stadionstraße. Anschließend wird das abgeschnittene Grün mit einem Laubgebläse vom Bürgersteig entfernt.

Werdohl - Der Sommer scheint immer noch nicht so richtig angekommen zu sein, aber die Pflanzen und Grünflächen wachsen durch das schwüle und regnerische Wetter wie verrückt.

Und damit wächst auch die Arbeit für die fünf Mitarbeiter der Grünabteilung des Baubetriebshofs. „Wir haben viel zu tun“, sagt Uwe Bettelhäuser, Leiter des Bauhofs. Die Gärtner kämen nur schwer hinterher.

Nicht nur die städtischen Grünanlagen werden von den Landschaftsgärtnern des Bauhofs betreut. Auch das Straßenbegleitgrün müsse momentan sehr gepflegt werden. Mit dem so genannten Böschungsmulcher – ein Fahrzeug mit beweglichem Arm und Mähaufsatz – kümmern sich die Bauhof-Mitarbeiter um das Unkraut an den Straßenrändern. Ein zweiter Kollege sorgt mit einem Laubgebläse dafür, dass das gemähte Grün nicht auf den Gehwegen liegen bleibt.

Mit Motorsensen befreien die Bauhof-Mitarbeiter die Baumscheiben an der Schulstraße vom Unkraut. Anschließend wird das Grün zusammengekehrt und entsorgt.

Doch bevor das passiert, wird zuerst der Innenstadtbereich gepflegt. Die Fußgängerzone und der Friedrich-Kessler-Platz hätten die „höchste Priorität“. Dann arbeite sich das Team nach außen vor. Wenn wichtige Veranstaltungen im Stadtgebiet anstehen – wie zuletzt das Schützenfest auf dem Goetheparkplatz oder das Dorffest in Kleinhammer –, dann werde die Pflege dieser Bereiche dazwischen geschoben.

„Um die meisten Grünflächen in der Innenstadt haben wir uns erst kürzlich gekümmert“, sagt Bettelhäuser. In dieser Woche war daher das Baumscheibenpflegen an der Reihe. Dabei stand die Schulstraße mit ihren vielen Bäumen auf dem Plan. Mit Motorsensen befreiten die Mitarbeiter das Umfeld der Stämme vom Unkraut. Durch die teilweise sommerlichen Tage mit etwas höheren Temperaturen mussten die zuständigen Mitarbeiter allerdings zwischendurch mit dem Wassertankwagen losfahren, um gepflanzte Beete und Blumenampeln zu bewässern. Auch die Pflege der Anlagen an den Schulen ist Aufgabe der Bauhof-Gärtner. „Die haben wir aber für die Sommerzeit vergeben“, so Bettelhäuser. Das wäre sonst einfach zu viel Arbeit, der das Team nicht gerecht werden könne. Hinzu komme außerdem die Urlaubszeit. Aber generell sei einfach viel zu tun. „Wir haben eine Menge Arbeit, bekommen aber auch viel Mecker“, sagt er.

Mutwillige Zerstörung von Pflanzen in der Innenstadt

An der Kreuzung Freiheitstraße und Bahnhofstraße haben Unbekannte mutwillig den neuen Blauregen durchgeschnitten.

Anwohner außerhalb der Werdohler Innenstadt sehen die Grünpflege vernachlässigt. Aber Bettelhäuser hat eine Erklärung: „Die Lennepromenade wird von Asylbewerbern betreut.“ Diese kümmern sich zusätzlich und gemeinnützig um diesen Bereich. Doch die kleinen Beschwerden sind weniger das Problem: In Sachen Verschönerung hat Bettelhäuser eine schlechte Nachricht. In der Innenstadt haben die Gärtner im Frühjahr einen neuen Blauregen angepflanzt, der in den nächsten Jahren an einer extra angefertigten Vorrichtung über die Straße ranken sollte. Aber irgendjemand habe die Pflanze am unteren Ende einfach durchgeschnitten. „Man pflegt und macht und dann wird es mutwillig zerstört“, ärgert sich der gebürtige Werdohler. „Wir pflanzen schon weniger, weil kein Geld da ist.“ Und speziell diese Anschaffung sei nun nicht die günstigste gewesen.

Auch das umstrittene Thema Glyphosat beschäftigt Bettelhäuser aktuell. Das Einsetzen von Chemie sei inzwischen verboten. „Wir testen Alternativen.“ Es gebe mehrere Möglichkeiten, um Unkraut an den Straßen zu entfernen. Der Baubetriebshof habe zwischendurch probehalber Firmen zu Besuch, um die verschiedenen Methoden zu testen. Mit Heißwasser, heißem Dampf oder mit Schaum – bei allen Varianten werde das Unkraut braun und sterbe ab, erklärt Bettelhäuser. „Es ist aber schnell wieder da.“ Angeblich solle das Nachwachsen nach mehrmaligem Anwenden allerdings zurückgehen. Die Überlegungen, ein solches Gerät anzuschaffen, laufen bereits, doch es werde erst noch weiter getestet. Der Plan sei, dass dann eventuell ein Mitarbeiter acht Monate lang nur mit diesem Gerät im Einsatz sei, sagt der Werdohler. „Das ist das, was auf dem Markt ist.“ Aber entschieden sei noch nichts.

Neue Bäumen werden angepflanzt

Zusätzlich zu den bereits genannten Aufgaben kümmern sich die fünf Mitarbeiter auch um das Fällen und Neuanpflanzen von Bäumen. „Wir fällen Bäume nur, wenn sie alt und kaputt sind“, erklärt Bettelhäuser. Es werden dann auch neue Bäume angepflanzt wie beispielsweise im Frühjahr an der Schulstraße. Doch da hat es mit einem Baum nicht geklappt, er ist vertrocknet. „Den können wir aber reklamieren“, dann komme im Herbst ein neuer dahin.

Die Bauhof-Mitarbeiter kümmern sich auch um das Straßenbegleitgrün.

„Inzwischen führen wir sogar ein Jungbaumkataster“, sagt der Bauhof-Chef. Da seien alle wichtigen Informationen für jeden neuen Baum aufgelistet: Wann muss er wieder gedüngt werden? Wann wurde er zuletzt geschnitten? „Sogar die verschiedenen Schnittarten sind dort eingetragen.“ Zu Beginn müsse man beispielsweise einen so genannten Erziehungsschnitt durchführen.

Das alles ist sehr viel Arbeit für ein fünfköpfiges Team. „Das Personal wird weniger, aber die Arbeit wird nicht weniger“, stellt der Bauhof-Leiter fest. An neue Mitarbeiter sei momentan nicht zu denken. „Wir arbeiten jeden Tag vollkommen durch – auch bei Regen.“ Im Sommer ändern sich die Arbeitszeiten: Ab 6 Uhr seien die Gärtner da unterwegs, damit sie nicht die gesamte Mittagshitze ertragen müssen. Wenn der geplante Westpark umgesetzt werde, werde die Pflege des Parks auch die Aufgabe des Bauhofs werden. Nach dem Sommer stehen dann die Schneidarbeiten von Büschen und Bäumen wieder an.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare