Werdohler Bäderchef beziffert Schaden auf bis zu 150.000 Euro

Technik zerstört: Freibad Ütterlingsen kann erst Ende Juni öffnen

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In der Freibad-Technik gibt es nach einem Wasserschaden seit mehr als einem Monat ganz gewaltige Probleme, das Bad kann wohl erst Ende des Monats fürs Publikum geöffnet werden.

Werdohl - Das Freibad in Ütterlingsen wird aller Wahrscheinlichkeit erst in der letzten Juni-Woche geöffnet werden können. Bäderchef Frank Schlutow bezifferte den Wasserschaden im Technikraum mit einer Summe zwischen 100.000 und 150.000 Euro.

Ursprünglich war die Öffnung des Freibads zum Saisonauftakt am 1. Mai geplant. Schon zu der Zeit sei klar gewesen, so Schlutow, dass die Reparatur des Schadens nicht „mal eben“ erfolgen könne.

Der gesamte Technikraum mit Elektrik, Pneumatik, Steuerung und der chemischen Wasseraufbereitung war in großen Teilen zerstört, das Herzstück des Freibads quasi lahmgelegt. Schnell war klar, dass die allermeisten Teile kaputt waren und erneuert werden mussten. 

Das größte Problem sei die Lagerhaltung der Lieferanten dieser Technik. Schlutow: „Nahezu alle speziellen Teile haben mehrwöchige Lieferzeiten.“ Es sei noch nicht einmal eine Frage des Preises, vieles werde erst bei Bestelleingang produziert. Dazu komme ein personeller Aufwand von Versicherern, Fachfirmen und Gutachtern.

Schlutow: „Die haben alle nicht auf uns gewartet.“ Auch hier habe es einen zeitlich hohen Abstimmungsbedarf gegeben, um den gesamten Schaden fachlich und inhaltlich zu bewerten. Das habe sich alles schon sehr in die Länge gezogen, räumt Schlutow ein. Wenn die geplante Reparaturzeit von insgesamt acht Wochen eingehalten werden könne, sei er dennoch ganz zufrieden. „Ohne unser stetes Nachfragen und unser Engagement hätten es auch locker zwölf Wochen werden können.“

Zu Großteilen zerstört sei alles, was mit Elektronik zu tun hat: Antriebe von Stellklappen und Regeleinrichtungen, sämtliche Pumpen, Messeinrichtungen und Steuerungen, kleinere Kompressoren und die Desinfektion.

Nach der Schadensbewertung mussten alle Teile bestellt werden. Wenn sie eingetroffen sind, muss alles zusammengebaut und eingerichtet werden. Ein etwa einwöchiger Testlauf ist notwendig, um den Gästen später die durch strenge Vorgaben bestimmte Wasserqualität zu bieten. Etwa zwei Wochen dauerten jetzt die Arbeiten an, dann könne der Testbetrieb gefahren werden. Geöffnet werden soll an einem noch zu bestimmenden Tag in der letzten Juniwoche.

„Wenn wir nicht so fleißig und so gut vorgearbeitet hätten, würde es sicher noch länger dauern“, lobt Schlutow auch das Team, das mit der Reparatur beschäftigt ist. Die gesamte Freibadtechnik sei mittlerweile sehr komplex. Natürlich wisse auch er, was in der Stadt über die lang anhaltende Schließung geredet werde. Selbstverständlich sei das keine heimliche oder vorgezogene Abschaffung des Freibads, versicherte Schlutow: „Wir hätten am liebsten am 1. Mai planmäßig geöffnet.“

Ein Blick in die Besucherzahlen sei dennoch interessant. Im Mai vergangenen Jahres seien genau 500 Badegäste ins Freibad gekommen. Diesen Mai wurde ersatzweise das Hallenbad aufgehalten, in diesem Zeitraum kamen aber 1000 Besucher ins Wasser – das Doppelte. Das Nutzerverhalten der Badegäste verändere sich, meinte der Bäderchef.

Der Schaden von geschätzt bis zu 150.000 Euro werde zum größten Teil von der Versicherung abgedeckt. Das Ausverhandeln der Wertverbesserung aufgrund der erneuerten Technik sei noch nicht abgeschlossen. Welcher Anteil bei den Werdohler Bäderbetrieben hängen bleibe müsse ebenfalls noch geklärt werden.

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