Flüchtlingsheim Deipschlade: SPD hat Beratungsbedarf

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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen hatte am Montag allerhand kritische Nachfragen an die Verwaltung.

Werdohl - Die politische Pause für die Ratsmitglieder fällt dieses Jahr relativ kurz aus, schon im Januar geht es mit der Besichtigung der geplanten Flüchtlingsunterkunft am Deipschlader Weg 7 weiter. Vor allem die SPD hatte am Montag im Rat Bauchschmerzen, den Beschluss zur Herrichtung ohne weitere Beratung zu fassen.

Nach der Verabschiedung von Matthias Wershoven und der Einführung von Udo Böhme setzte sich der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen an die Spitze der meisten Debatten im Rat. Wie bereits berichtet, plant die Verwaltung die Wiederinbetriebnahme des Übergangswohnheimes Deipschlade 7. Unter dem Punkt „Ausführung von Ratsbeschlüssen“ fand sich lediglich der Hinweis, dass es jetzt dringend nötig sei, dieses leerstehende Gebäude umzubauen und dort bis zu 80 Flüchtlinge unterzubringen. Hier hakte Wilhelm Jansen ein: „Wir hatten eine Vorlage erwartet, in der auch etwas über die Kosten dieses Umbaus steht.“

Fachbereichsleiter Bodo Schmidt war darauf vorbereitet: Aus seiner Sicht habe die Verwaltung schon bei den Haushaltsplanberatungen allen Fraktionen alles Wesentliche dazu mitgeteilt. 200 000 Euro seien für die bauliche Herrichtung des Gebäudes und 50 000 Euro für die Einrichtung in den Haushaltsplan eingesetzt worden. Der Rat hatte vor drei Wochen diesen Haushaltsplan einstimmig verabschiedet.

Zur Herrichtung der Deipschlade sehe die Verwaltung keine Alternative, das erklärte am Ende der Debatte auch noch einmal die Bürgermeisterin. Schmidt: „Es gibt keine vernünftige, sinnvolle Alternative, es ist nur eine Frage der Zeit.“ Die Politik sei darüber informiert, eine Vorlage erscheine entbehrlich.

Jansen und der SPD reichten die Informationen aber nicht aus. Möglicherweise sei ein Neubau für 250 000 Euro denkbar, man könne die ehemaligen Hauptschul-Container nehmen oder noch intensiver mit den Wohnungsgesellschaften sprechen. Schmidt entgegnete, dass die 200 000 Euro Umbaukosten intensiv geprüft worden seien, bei den beiden bisherigen Baumaßnahmen Funkenburg und Im Winkel sei die Verwaltung auch gut mit dem Geld hingekommen. Schmidt: „Die schnellste und günstigste Lösung ist die Deipschlade.“ Bis zur nächsten Sitzung im März könne man nicht mehr warten. Alle Informationen der Verwaltung lägen auch der Politik vor. Jansen blieb dabei: „Die SPD-Fraktion hat erheblichen Beratungsbedarf, mal eben 250 000 Euro auszugeben.“ CDU und FDP-Sprecher beeilten sich zu erklären, dass ihren Fraktionen diese Kosten sehr wohl bekannt seien.

Da CDU-Ratsherr Dirk Middendorf als Vorsitzender des Bau- und Liegenschaftsausschusses mit am Tisch saß, wurde für Anfang Januar ein Besichtigungstermin am Deipschlader Wegs verabredet. Bis dahin werden die Renovierungskosten genauer aufgeschlüsselt.

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