150 Werdohler Flüchtlinge werden am 27. Juli beim Bamf angehört

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Werdohl - Auf diesen Termin warten viele in Werdohl lebende Flüchtlinge schon mehr als neun Monate: Am 27. Juli werden sie mit Bussen nach Bochum gebracht, um dort an einem oder zwei Tagen ihre Anhörung zur Asylantragstellung zu bekommen.

Bei der Stadt laufen die Vorbereitungen für diese logistische Herausforderung. Ende vergangener Woche hatte die Bezirksregierung die durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) angeordnete Aufgabe an die Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis weitergegeben. Anfang dieser Woche bekam Fachbereichsleiter Bodo Schmidt das genaue Datum mitgeteilt.

Die 150 Männer, Frauen und Kinder fahren am 26. Juli um 14.30 Uhr ab Bahnhof nach Bochum. Dort werden sie für eine oder zwei Nächte in einer Landeseinrichtung untergebracht. Die Interviews zur Asylantragstellung finden am 27. Juli in der Außenstelle des Bundesamtes in Bochum statt. Für die Rückkehr am 28. Juli sorgt wiederum das Bundesamt. Die Kosten für die Hinfahrt werden der Stadt erstattet, die Verwaltung muss aber den Transport und vor allem die Betreuung der Menschen organisieren. Die Busse werden derzeit angemietet. Es gebe zwar auch ein Buskontingent des Bamf, das sei im Moment aber nicht verfügbar, so Schmidt.

"Wir suchen jeden einzelnen persönlich auf"

Die städtischen Integrations- und Flüchtlingshelfer um den Koordinator Michael Tauscher – Schmidt spricht hier vom „Team Tauscher“ – werden die Flüchtlinge nach Bochum begleiten, aber nicht dort über Nacht bleiben. Die Mitarbeiter der Verwaltung holen den Flüchtlings-Treck am nächsten Tag auch wieder zurück. Die Hauptaufgabe des Teams ist gerade, die 150 Flüchtlinge über die ganze Prozedur zu informieren. Schmidt: „Wir suchen jeden einzelnen persönlich auf.“ Das ehrenamtliche Team um Lothar Jeßegus, der wiederum als Bufdi in Diensten der Stadt steht, wird mit speziellen Übersetzern aushelfen.

Verfahren werden nachgearbeitet

Die Flüchtlinge werden mit Hilfe eines Handzettels informiert. Darauf steht, welche Unterlagen sie mitbringen müssen. Aber auch Hygieneartikel, Handtücher und Wechselwäsche seien nötig. Die Versorgung mit Essen und Getränken sei sichergestellt. Der Termin beim Bamf könne bis 17 Uhr dauern. Auf dem Blatt steht deshalb: „Gerade bei warmen Temperaturen ist es wichtig, viel Wasser mitzunehmen.“ Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, erklärt den Sinn dieser Aktion. Im Herbst vergangenen Jahres waren so viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, dass es nicht gelungen war, das Asylantragsverfahren direkt nach der Einreise noch in der Erstaufnahmestelle durchzuführen. Jetzt würden diese Verfahren nachgearbeitet.

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