Flüchtlinge in der Funkenburg

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Die Waschgelegenheit ist zwar für Kinder ausgelegt, soll aber erstmal so bleiben. Die kleinen Toilettentöpfe werden allerdings gegen Exemplare für Erwachsene ausgetauscht.

Werdohl - Die Funkenburg hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich - irgendwann mal ein Haus der Hitlerjugend, viele Jahre städtischer Kindergarten, zuletzt Leerstand und bald eine provisorische Unterbringungsmöglichkeit für 16 männliche Flüchtlinge.

Bauleiter Peter Grau von der Stadtverwaltung hat die Umbauarbeiten in dem Gebäude ausgeschrieben, gerade sind die Handwerker an der Arbeit. Überraschend wurde mitten im Sommer mittels einer Dringlichkeitsentscheidung beschlossen, die Funkenburg und auch das eigentlich stillgelegte Übergangswohnheim Im Winkel 32 in provisorische Unterkünfte für die in großer Zahl zugewiesenen Flüchtlinge umzubauen.

Eineinhalb Jahre stand das Gebäude leer, der Kindergarten darin war in die neue Kita GerneGroß umgezogen. Zwischenzeitlich stand es zum Verkauf, jetzt braucht es die Stadt als Flüchtlingsunterkunft. Für den Umbau stehen 23 000 Euro ohne Inventar zur Verfügung. Der Auftrag lautet, das Haus für 16 männliche Bewohner übergangsweise zunächst für eine Zeit von sechs Monaten herzurichten.

Zwei Trockenbauwände mussten eingezogen werden, um die großen Gruppenräume für Wohnzwecke besser aufteilen zu können. Kundenmaurer Hobert erledigt diese Aufgaben, insgesamt sind mehrere Gewerke zu bewältigen. Im ersten Obergeschoss entstehen so zwei Schlafräume, eine Küche und ein Essraum. Das Obergeschoss ist mit einem separaten Eingang versehen, der über eine alte Steintreppe auf die Straße führt. Der Essraum ist übrigens der frühere „Raum der kleinen Forscher“, der Anstrich bleibt dort. Im Erdgeschoss entstehen ein Schlafraum, eine Küche, ein Essraum und der Sanitärbereich. Die Küchen werden jeweils mit Spüle, zwei Elektroherden und zwei Kühlschränken ausgestattet. „Wir bringen noch etwas Farbe an die Wände, die es nötig haben“, so Grau. Der Etat gebe nicht eine vollständige Renovierung her.

Den Sanitärbereich arbeitet die Firma Hillbrecht aus Werdohl auf. Drei WC, eine Dusche und zwei Waschmaschinen werden eingebaut. Die Waschgelegenheiten sind noch in Kinderhöhe, bleiben aber so. Händewaschen geht auch an den Spülen in den Küchen. Die Gasheizung im Keller ist voll funktionstüchtig, Anfang September soll das Haus eingerichtet und bezugsfertig sein.

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