Gesundheitssport im früheren Gemeindesaal

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Axel Weber hat schon als junger Mann Kraftsport als Ausgleichssport betrieben, vor zehn Jahren hat der gelernte Kfz-Meister sein Hobby zum Beruf gemacht.

Werdohl - Axel Weber kennt jedes Mitglied seiner Fitness A.G. persönlich beim Vornamen und begrüßt natürlich auch jeden mit einem kräftigem Händedruck. Der 56-jährige gebürtige Werdohler betreibt das Fitnessstudio im ehemaligen Gemeindehaus Ütterlingsen seit genau zehn Jahren.

Die große Fitnesswelle der vergangenen Jahre hat überall Ableger von Fitness-Ketten entstehen lassen. Ein Studio, wie es Axel Weber führt, ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit. „Ich habe mit 21 zum Kraftsport gefunden und ihn mein Leben lang betrieben“, erzählt Weber, während er nebenbei den Thekenbetrieb regelt: Wertsachen entgegennehmen, Eiweißdrinks mixen, Fragen von Mitgliedern beantworten und mit der Postbotin schäkern. Weber ist gesellig, hat für jeden ein passendes Wort: „Das ist unser Anliegen: Die Kunden sollen sich absolut wohl fühlen. Das soziale Miteinander aller hier ist uns sehr wichtig. “

Weber stemmte als junger Mann in seiner freien Zeit die Eisen, machte aber erstmal eine Berufsausbildung. Später folgten zwei Meistertitel: Kfz-Meister und Kfz-Lackierermeister. Rund 20 Jahre hat er in Werkstätten und bei Autohäusern gearbeitet, oft bei Opel. Kraftsport machte er immer nur nebenbei, als reinen Freizeitsport, zum Ausgleich. Die Bodybuilder-Show auf der Bühne war nie sein Ding, wohl aber der Kraftdreikampf.

„Mit 45 Jahren habe ich mir gedacht: Jetzt oder nie! Dann haben wir das Fitnessstudio von Calin Eschenasy im ehemaligen Gemeindehaus Ütterlingsen übernommen“, erzählt Weber einen Teil seiner Lebensgeschichte. Der Gerätepark war alt, der Zustand des Studios damals auf 390 Quadratmetern Trainingsfläche stark renovierungsbedürftig. Um das Gebäude damals nicht abreißen zu müssen, übernahm es zuerst ein Privatmann von der Kirchengemeinde. Am 15. November 2005 öffnete Axel Weber seine Fitness A.G. – wobei die Punkte verdeutlichen sollen, dass es sich nicht um eine Aktiengesellschaft oder eine Arbeitsgemeinschaft handelt. A.G. steht für „Axels Gym“.

„Wir haben damals ganz unten angefangen“, erzählt Weber weiter. Fitnessstudios gab es schon seit den 70er-Jahren, aber in erster Linie war massiver Muskelaufbau das Thema. Den Fitness-Gedanken von heute gab es damals kaum. In den Studios ging es oft ums reine Bodybuilding, häufig verbunden mit der Einnahme von Anabolika. Die Filme von Arnold Schwarzenegger befeuerten diese Szene.

Bei Weber trainiert heute der Lokalpolitiker neben dem Kraftmeier, die abnehmwillige Hausfrau neben der Ausdauersportlerin. Nur eins geht nicht: „Hier ist drogenfreie Zone.“ Das ist Weber total ernst, schließlich übernimmt er die Verantwortung für die jungen Leute, die bei ihm trainieren: „Eltern können sich auf mich verlassen, dass er hier keine verbotenen Sachen gibt.“

In den vergangen zehn Jahren hat Weber jede Menge investiert. Ein Anbau musste her und ein Parkplatz, der Gerätepark ist auf dem neuesten Stand. Alle Mitarbeiter auf der Fläche sind ausgebildete Sporttrainer. Persönliche und qualifzierten Beratung zum Training für Sportler und bei Gesundheitsproblemen gehören unbedingt dazu. Vollzeitmitarbeiter ist Thomas Merschjohann, Dennis Mank und Wolfgang Vedder gehören auch zum Team. Mit Kursleitern und Reinigungskraft sind insgesamt neun Personen beschäftigt. Trainiert wird auf jetzt 800 Quadratmetern Fläche. Seit 2012 bietet Weber Rehasportgruppen an, die Eröffnung des Frauenstudios unter der Geschäftsleitung von Peggy Tittel vor zwei Jahren war ein weiterer Schritt.

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