Kleider für Abitur und Schützenfest

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Auch Abiturientinnen suchten auf der Kleiderbörse nach der passenden Festgarderobe.

Werdohl - Lang oder kurz? Glänzend oder mit Spitze? Die Besucherinnen der Festkleiderbörse im Schützenheim Altenmühle hatten am Wochenende die Qual der Wahl. 180 Kleider standen zum Verkauf, vom üppigen Königinnentraum bis zum knappen Cocktailkleidchen. Vielfach mit leuchtenden Augen stöberten die Frauen durch das Angebot.

„Guck mal“, rief Frauke entzückt und griff zu einem der Kleiderbügel. Die 18-jährige Abiturientin hielt ihren Freundinnen ein rotes Wallekleid vor die Nase. Diese waren nicht gerade angetan „Dafür brauchst du einen Bus“, meinte Judith, ebenfalls 18 Jahre jung. Viel zu breit ausgestellt sei das Kleid, damit käme sie überhaupt nicht im Auto bis zum Abiball.

Gemeinsam mit Freundin Sandra (17) suchten Judith und Frauke nach der passenden Robe für ihren Schulabschluss. Die Mädchen hofften auf ein Schnäppchen. „Und außerdem ist hier die Gefahr geringer, ein Kleid zu ergattern, dass auch eine Mitschülerin beim Ball trägt“, erklärte Frauke, weshalb sie sich von Kierspe auf den Weg ins Versetal gemacht hatten. Die Hoffnung der Drei auf etwas Passendes wurde nicht enttäuscht. Mit gleich mehreren Kleidern zur Auswahl machten sie sich auf den Weg in die Umkleide, das für dieses Wochenende umgewidmete Zimmer des Schützenvorstands.

„Sitzt vorne alles? Ich fange jetzt an zu Schnüren“, warnte Heike Bartke, Helferin aus dem Werdohler Schützenverein. Judith holte Luft, Heike Bartke zog an den Bändern und bald darauf lag das gelbe Kleid eng an. Allgemeine Begeisterung in der Sammelumkleide. Fast alle anwesenden Frauen waren begeistert, nur Judith nicht. Sie blieb skeptisch.

Glücklicher mit ihrer Wahl wurde Frauke. Ein gerafftes Kleid in petrol, ja, das sollte es sein. Gemeinsam mit ihrer Mutter wirft sie einen Blick auf das Preissschild: 130 Euro mit Sternchen. „Das heißt, es gibt noch Verhandlungsspielraum“, erklärte Helferin Monika Scheumann.

Insgesamt waren diesmal Kleider mit Preisen zwischen 40 und 700 Euro erhältlich. Das teuerste Kleid fand sich am Ständer mit den Königinnenkleidern, ungetragen, rot und mit viel Strass. Auch sieben Brautkleider waren im Angebot. Dazu jede Menge Zubehör von der Stola über Handschuhe bis zu Schuhen. Zu einem Kleid gab es sogar die passende Krawatte für den Herrn.

„Es überrascht uns selbst immer, welche Auswahl jeweils zur Verfügung steht“, schilderte Anika Burzlaff, Helferin von Seiten des Versetaler Schützenvereins. Es gebe moderne und ältere Kleider. In diesem Jahr dominierten rote Kleider in vielen Nuancen von rosa bis bordeaux. Auch viele grüne Kleider waren von Verkäuferinnen abgegeben worden. Anbieterinnen und Kundinnen führen teilweise viele Kilometer zur Börse, kämen aus Kreuztal oder Münster.

Am Ende schließlich hatten 30 Kleider neue Besitzerinnen gefunden. Und – das sei mindestens genau so wichtig – 15 Frauen aus den Schützenvereinen hatten ein schönes Wochenende verbracht. „Durch die Börse sind die Vereine zusammengewachsen“, meinte Karin Heinz. Nach vier gemeinsamen Veranstaltungen planen die Frauen nun einen gemeinsamen Ausflug nach Hamburg.

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