Evangelisches Gemeindebüro zieht in die Innenstadt

+
Kirchbaumeister Gerd Petersmann (links) und Pfarrer Dirk Grzegorek erläuterten die Umzugspläne. Büro, Archiv und ein Besprechungsraum sollen in einem Anbau links vom Eingang zum Gemeindehaus an der Freiheitstraße untergebracht werden.

Werdohl - Die evangelische Kirchengemeinde wird ihr Gemeindebüro aus Ütterlingsen in die Innenstadt verlegen. Dazu soll das Gemeindehaus an der Freiheitstraße um einen Anbau erweitert werden. „Wir wollen ein stadtnahes Zentrum der Kommunikation schaffen“, sagte Pfarrer Dirk Grzegorek, der gemeinsam mit Kirchbaumeister Gerd Petersmann die Pläne des Presbyteriums vorstellte. Diese enthalten auch den Abriss des ehemaligen Kindergartens.

Neben dem Gemeindebüro werden auch das Archiv und ein Besprechungsraum Platz in dem neuen Anbau finden, der links vom Eingang zum Gemeindehaus entstehen soll. Bisher sind Büro und Archiv im ehemaligen Gemeindehaus in Ütterlingsen untergebracht. Dieses hatte die Kirchengemeinde vor einigen Jahren an den Betreiber eines Fitnessstudios verkauft, von dem sie seitdem die genannten Räume anmietet.

Damit soll in wenigen Monaten Schluss sein: „Bis zum Spätsommer sollte alles stehen“, zeigte sich Gerd Petersmann optimistisch. Den Bauantrag für den Anbau habe die Gemeinde am Dienstag bei der Stadtverwaltung eingereicht. Er rechne mit einer Bearbeitungszeit von drei bis vier Wochen. Sobald das Projekt genehmigt sei, werde der Auftrag ausgeschrieben.

„Der Arbeitsaufwand ist überschaubar“, sagte Petersmann. Schließlich solle der Anbau keinen Keller bekommen. „Es muss nur ein kleiner Teil vom Hang abgetragen werden“, erläuterte der Kirchbaumeister. Außerdem könnten die Heizkörper der neuen Räume an die bestehende Heizungsanlage angeschlossen werden; auch sanitäre Anlagen seien im Gemeindehaus ja vorhanden.

Wie hoch die Kosten ausfallen werden, möchte er derzeit noch nicht sagen. „Wir hoffen aber, dass wir mit einem fünfstelligen Betrag hinkommen“, nannte er eine grobe Größenordnung. Das Geld werde aber nicht aus dem Haushalt der Kirchengemeinde entnommen, betonten Kirchbaumeister und Pfarrer. Es stamme aus dem Verkauf des Ütterlingser Gemeindehauses sowie einer Wohnung in der Innenstadt, die die Gemeinde geerbt habe. „Das sind zweckgebundene Mittel, die nur so genutzt werden dürfen“, erläuterte Petersmann. So werde dieses Geld „dauerhaft gut angelegt“. Außerdem spare die Gemeinde künftig die Miete in Ütterlingsen.

Um die Aktivitäten der evangelischen Kirchengemeinde räumlich noch weiter zu bündeln, hat das Presbyterium außerdem beschlossen, den ehemaligen Kindergarten am Kirchenpfad leerzuziehen und bis 2018 oder 2019 abzureißen. Alle Gruppen, die in diesem Gebäude untergebracht sind – Tafelausgabe, Begegnungscafé, Trauerkreis und EC-Jugendarbeit – sollen ebenfalls ins Gemeindehaus umziehen. „Wir wollen niemanden heimatlos machen“, versprach Pfarrer Dirk Grzegorek. Es müssten aber „tragfähige Lösungen“ gefunden werden. Offenbar stehen die laufenden Kosten für das Kindergartengebäude in keinem Verhältnis zur teilweise nur monatlichen Nutzung durch die genannten Gruppen.

„Jeder wird seinen Platz finden“

Um alle unterzubringen, soll auch die Einliegerwohnung im Gemeindehaus mitgenutzt werden. Der Mieter wisse Bescheid, das Mietverhältnis werde bis 2018 gekündigt. Dann werde im Untergeschoss ein Durchgang zwischen Gemeindehaus und Wohnung geschaffen. Oben soll eine Wand herausgerissen werden, um aus zwei Zimmern einen 40 Quadratmeter großen Raum zu machen, der „multifunktional“ genutzt werden kann. „Jeder wird seinen Platz finden“, kündigte der Pfarrer an.

Was nach dem Abriss des Kindergartens mit dem Grundstück am Kirchenpfad passiert, ist noch unklar. „Wir sind offen für Kaufinteressenten“, sagte Grzegorek. „Erst einmal haben wir die Grundsatzentscheidung getroffen, dort keine Ruine stehen zu lassen.“ - Von Constanze Raidt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare