Franziskaner-Kloster: Bistum finanziert teuren Umbau

Das Pfarrhaus von St. Michael wird bald komplett zum Kloster umgebaut, im Erdgeschoss sind derzeit noch Verwaltungs- und Pfarrbüro eingerichtet. Nach dem Umbau können alle drei Pater und Bruder Richard in ihrer Ordensgemeinschaft zusammenleben. Foto: Heyn

Werdohl - Das Bistum Essen finanziert mit 300 000 Euro den Umbau des katholischen Pfarrhauses St. Michael in ein Franziskaner-Kloster, das eventuell später das Lennetal mit Priestern versorgen könnte. Das Haus ist jetzt schon Kloster, bietet aber nicht genügend Platz. Damit verbunden ist der Umzug von Pfarrbüro und Verwaltungsbüro ins benachbarte Jugendheim – für weitere 100 000 Euro Kosten.

Verwaltungsleiterin Klaudia Grobel erläuterte jetzt gegenüber unserer Zeit alle Details der schon fertig durchgeplanten Umbaumaßnahmen. Pfarrer Irenäus Wojtko informierte über die Gründe, die hinter dem Ausbau des Klosters stecken: Die Priesterzahl im Bistum werde sich in den nächsten Jahren drastisch um die Hälfte reduzieren.

Um die pastorale Versorgung in der Fläche auf längere Sicht sicherzustellen, soll in Werdohl mit den Franziskaner-Minoriten eine Art Stützpunkt geschaffen werden. Das Bistum hat mit dem Franziskaner-Orden eine entsprechende Abmachung getroffen, deshalb übernimmt das Bistum die Kosten des kompletten Umbaus. Für das Inventar des Klosters sorgt die Ordensgemeinschaft selbst.

Für Pater Kamil hat der Umbau ganz praktische Vorteile. Der Priester mit dem Seelsorgebereich Neuenrade fährt täglich mehrfach nach Werdohl, um dort am klösterlichen Leben, den Gebeten und den Mahlzeiten teilzunehmen. Seinen Arbeitsbereich wird er behalten, aber seinen Wohnsitz wird er nach Werdohl verlegen. Kein Franziskaner soll allein leben, der Orden steht für ein Leben in Gemeinschaft.

Bislang können im Kloster aber nur zwei Priester und der Ordensmann Bruder Richard leben. Für Kamil beziehungsweise einen vierten Pater wird bald ein neues Appartement geschaffen. Pfarrbüro und Verwaltungsbüro ziehen ins benachbarte Jugendheim, Gemeinschaftsraum und Küche des Klosters ziehen von der oberen in die untere Etage. Damit entsteht oben Platz für die vierte Wohneinheit. So wird das ganze Haus zu einem Kloster, der kleine Pfarrsaal unten bleibt der Gemeinde erhalten, ist aber durch einen separaten Nebeneingang zu erreichen. Damit können die Franziskaner in Ruhe ihre klösterliche Gemeinschaft leben, ohne dass andauernd durch das Pfarrbüro Publikumsverkehr im Haus ist.

Pfarrer Irenäus Wojtko ist nach eigenen Angaben „schon viel zu lang in Werdohl“. Seine Ordensleitung versetzt die Pater alle vier Jahre, damit sie sich nicht zu sehr an Orte und Menschen gewöhnen. Irenäus Wojtko ist der Guardian des Werdohler Klosters und bleibt aber noch weitere vier Jahre, er will den Umstrukturierungsprozess in St. Michael bis zum Ende begleiten. Danach gehe er auf jeden Fall weg. St. Michael werde aber auch in Zukunft mit drei Priestern versorgt, die jetzt schon überall im Lennetal Vertretungsdienste leisten. „Die Welt ist unser Kloster“, beschreibt der neue Pater Christoph Robak die Idee dahinter: „Wir gehen dahin, wo uns der Orden einsetzt.“

Die Gruppen, die sich bislang im katholischen Jugendheim treffen, werden teilweise im Gebäude umziehen oder den großen Pfarrsaal belegen. Grobel: „Dann nutzen wir den großen Saal auch viel intensiver als jetzt.“

Insgesamt seien Umbau und Umzüge gut durchdacht. Alle Pläne liegen bereits vor, die Ausschreibungen sind vorbereitet. Im Oktober wird zuerst das Jugendheim umgebaut, noch vor Weihnachten werden Pfarrsekretärin und Verwaltungsleiterin umziehen. Dann geht es im Kloster weiter, alles im laufenden Betrieb.

Die Kosten für den Umbau des Jugendheimes finanziert das Bistum vor, irgendwann nach Ende des Umstrukturierungsprozesses soll die Gemeinde die Hälfte davon zurückzahlen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare