Ersthelfer berichtet vom schweren Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag

„Ich spürte die Erleichterung bei den Verletzten“

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Nach der Erstversorgung wurden die Verletzten vom Rettungsdienst in die Werdohler Stadtklinik gebracht.

Werdohl - Er war grade auf dem Weg von einem Termin zum nächsten, als sein Puls sich schlagartig erhöhte. Eine Frau mit Warndreieck in der Hand signalisierte ihm, dass er die Straße Im Ohl nicht befahren könne, da sich dort ein schwerer Verkehrsunfall ereignet habe. Für Friedhelm Koch war sofort klar: „Ich muss helfen!“

Am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr war es zum folgenschweren Ereignis gekommen: Ein Fahrer war mit seinem Fahrzeug in den Gegenverkehr geraten – es kam zum Frontalzusammenstoß.

Friedhelm Koch arbeitete rund 35 Jahre bei der Berufsfeuerwehr im Ennepe-Ruhr-Kreis, arbeitete zuvor als Rettungsassistent. Dem Alter geschuldet – der Ennepetaler ist 61 Jahre alt – musste er den Wachdienst quittieren, arbeitet nun als Medizinproduktberater und Erste-Hilfe-Trainer bei einem Unternehmen, das sich auf Betriebliche Erste Hilfe spezialisiert hat. Nachdem er einen Termin im Werdohler Hallenbad hinter sich hatte, war das Werdohler Freibad sein nächstes Ziel. „Doch dann wurde ich durch die Frau, die den Verkehr regelte, auf den Unfall aufmerksam.“

Schwerer Verkehrsunfall mit zwei Schwerverletzten in Werdohl

Nachdem der Notruf abgesetzt worden war, sorgte er sich um die beiden schwerverletzten Insassen des VW Golfes, der frontal von einer Mercedes E-Klasse getroffen wurde und auf der rechten Fahrzeugseite mit einem Zaun am Gehweg verkeilt war. „Als ich eintraf, kümmerte sich der Fahrer des Golfes um seine Beifahrerin. Ich habe mich vorgestellt und mitgeteilt, dass ich ausgebildeter Rettungsassistent bin und weiß, was zu tun ist. Ich spürte die Erleichterung bei den Verletzten.“

Weitere Ersthelfer kamen unmittelbar hinzu

Unmittelbar seien weitere Ersthelfer hinzugekommen: „Die haben dann die Versorgung des Unfallverursachers und des Golf-Fahrers, der das Auto eigenständig verlassen konnte, übernommen. Nach kurzer Erstversorgung beteiligte sich der Unfallfahrer ebenfalls an den Hilfsmaßnahmen“, schilderte Friedhelm Koch. Trotz des augenscheinlich stabilen Zustands der Beifahrerin sei es besonders wichtig gewesen, sie bei Bewusstsein zu halten.

"Jeder hat super Arbeit geleistet!"

Ob Absicherung des Verkehrs oder Maßnahmen zur Erstversorgung: Die Zusammenarbeit mit den anderen Ersthelfern habe „vorbildlich“ funktioniert. „Jeder hat super Arbeit geleistet!“

Wenige Minuten später sei der Rettungsdienst eingetroffen: „Ich habe der Rettungsassistentin einen Überblick über die Lage und die Verletzten gegeben. Dann hat der Rettungsdienst übernommen.“

Freude über dankende Worte

Gefreut habe sich Koch über die dankenden Worte der Rettungsdienst-Mitarbeiter: „Das motiviert einen Menschen dazu, beim nächsten Mal genauso zu handeln.“

Ein Wehrmutstropfen in seinen Augen sei gewesen, dass er von einer Einsatzkraft als Schaulustiger tituliert und mit weniger freundlichen Worten vom Unfallort weggeschickt wurde: „Eine kurze Nachfrage, was ich hier mache, hätte da schnell für Klarheit gesorgt“, beteuert der pensionierte Feuerwehrmann, der das Vorgehen der Einsatzkräfte im Anschluss von außen beobachtet hat: „Im Bereich der technischen Hilfe hat die Feuerwehr einen perfekten Job geleistet, anders kann man das nicht sagen!“

Verständnis für Zuspätkommen

Im Freibad habe man im Übrigen Verständnis für Kochs Zuspätkommen gezeigt: „Es gibt eben Dinge, die ganz klar Vorrang haben!“

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