Energiesparen: Firma Rötelmann setzt neue Kompressoren für Druckluft ein

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Ludwig Kirchhoff-Stewens setzt sich mit den neuen Kompressoren für einen energiesparenderen Umgang mit Druckluft ein.

Werdohl - Druckluft: ein günstiges Arbeitsmittel – wird häufig angenommen. Immerhin handle es sich ja um Luft. Dass bei der Herstellung jedoch ein enormer Energieaufwand nötig ist und Verbrauch und Verluste meist viel zu hoch sind, sollte genauer bedacht werden, meint Ludwig Kirchhoff-Stewens, Geschäftsführender Gesellschafter der Rötelmann GmbH in Werdohl und hat daher umgerüstet.

Der alte Kompressor, der die Druckluft herstellt, habe ausgedient – Kirchhoff-Stewens schaffte daraufhin zwei neue, energiesparende Kompressoren an. „Eigentlich braucht man nur einen“, sagte der Geschäftsführer. „Wir lassen sie immer wöchentlich im Wechsel laufen – und falls mal einer kaputt geht, haben wir direkt Ersatz vor Ort.“

Denn ohne Druckluft läuft nichts mehr: hochkomplexe Automatisierungsmaschinen, Montageautomaten – fast alle arbeiten mit den kräftigen Luftstößen. Die neuen Kompressoren laufen permanent und liefern die Druckluft unmittelbar nach Bedarf. Die alten Geräte haben einen Tank befüllt und sind danach komplett herunter gefahren.

Dieser Tank wurde zuvor vom Kompressor mit Druckluft befüllt – das ständige Hochfahren des Systems benötigte sehr viel Energie.

„Das war jedes Mal ein wahnsinniger Energieverbrauch – bis der Motor wieder auf Drehzahl war“, sagte Kirchhoff-Stewens. Jedoch seien es nicht nur veraltete Kompressoren, die die Kosten in die Höhe treiben. „Häufig wird die Druckluft genutzt, um mal eben etwas Dreck wegzupusten“, weiß Kirchhoff-Stewens.

„Leckagen sind ein weiteres Problem. Wenn es irgendwo im Betrieb zischt, dann geht dort Druckluft verloren.“ Dabei bedeute eine Leckage von 0,1 Millimieter Durchmesser bereits zusätzliche Stromkosten von etwa 1000 Euro im Jahr.

„Laut einer Untersuchung des Fraunhofer Instituts gehen zehn Prozent der gesamten in Deutschland produzierten Energie für Druckluft drauf – das muss man sich mal überlegen“, sagte Kirchhoff-Stewens. Fünf Prozent dieser Energie könnten wiederum eingespart werden, würden sämtliche Leckagen behoben.

„Bei Ölverlust würde jeder direkt handeln – Luft interessiert kaum jemanden.“ Firma Rötelmann nutze sogar die Abwärme, die durch die neuen Kompressoren entsteht, zum Heizen. Dadurch reduziere sich auch der Gasverbrauch.

„Es ist wichtig, dass viele darüber Bescheid wissen“, betonte Kirchhoff-Stewens. Das Gesamtkonzept mit der Ortung von Leckagen, Abwärmenutzung und effizienterer Herstellung und Nutzung von Druckluft sei zukunftsweisend.

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