Flüchtlinge: Seit Jahresbeginn kaum noch Zuweisungen

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Für das Ende dieser Woche erwartet die Stadt Werdohl wieder neue Flüchtlinge.

Werdohl - Seit Beginn des Jahres hat sich die Gesamtzahl der in Werdohl lebenden Flüchtlinge kaum verändert. Aktuell leben 345 Flüchtlinge in der Stadt. Kurz nach der vom Innenministerium als „Verschnaufpause“ verordneten Weihnachtsferien kamen zwölf Personen nach Werdohl, berichtete Fachbereichsleiter Bodo Schmidt am dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion. Seitdem hatte es keine weiteren Zuweisungen mehr gegeben.

Begründet wird diese bald zweimonatige Zuweisungspause mit der Politik: Auf Druck des Landes leitet die Bezirksregierung die ankommenden Flüchtlinge zunächst in die Großstädte, die im vergangenen Jahr ihre Kontingente nicht erfüllt hatten. Schmidt: „Für Ende der Woche rechnen wir wieder mit neuen Zugängen.“ Sehr wahrscheinlich soll es funktionieren, dass es mehr Vorlaufzeit für die Kommunen gebe. Im vergangenen Jahr wussten die Leute vom Fachbereich Soziales oft nur Stunden vorher, ob und wie viele Menschen kommen würden. Oft wurde auch vergeblich lange gewartet. Durch eine neue Systematik in der Zuweisung soll es gelingen, dass sich die Städte besser auf die Neuzugänge vorbereiten können. Unterbringungsmöglichkeiten gebe es in Werdohl derzeit noch genug, so Schmidt. In der erst zum Teil belegten Unterkunft im Winkel sind je nach Belegung noch etwa 25 Plätze frei. Auch freie Wohnungen gebe es derzeit noch ausreichend, so Schmidt.

Tatsächlich haben aber auch seit November 22 Flüchtlinge zumindest die Statistik verlassen. Einige sind einfach so aus Werdohl verschwunden. Ein größerer Teil dieser 22 Menschen hat die Anerkennung als Asylbewerber bekommen und fällt damit aus dem Asylbewerberleistungsgesetz. Wer erwerbsfähig ist, bekommt den Regelsatz vom Jobcenter. Diese Menschen können dauerhaft bleiben, sich auf dem freien Wohnungsmarkt orientieren und sich Arbeit suchen. Wer von den anerkannten Flüchtlingen nicht erwerbsfähig ist, dauerhaft krank oder schon im Rentenalter, der fällt wieder auf die Stadt zurück. Dieser Personenkreis bekommt Grundsicherung – die frühere Sozialhilfe – von der Stadt. Die Grundsicherungs-Regelsätze von Jobcenter oder Kommune sind genauso hoch wie die Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz.

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