Einzug von B 229-Gehweg würde Kosten sparen

Zählgerät liefert entscheidende Werte

+

Werdohl - Nein, überwacht werden Autofahrer und Fußgänger an der Neustadtstraße derzeit nicht. Diese Entwarnung gab Ingeborg Kurlandt, tätig in der Tiefbau-Abteilung der Stadt, am Donnerstag.

Doch zumindest den Eindruck einer Überwachungseinrichtung macht der graue Kasten, der in etwa drei Metern Höhe an einem Laternenpfosten unterhalb der Haltestelle Wichernhaus angebracht ist. An der Unterseite ist eine Kamera hinter einer gläsernen Halbkugel angebracht, die optisch mit einer herkömmlichen Überwachungskamera zu vergleichen ist. Doch Sinn und Zweck des Gerätes ist nicht etwa die Aufzeichnung von Videos, sondern die Zählung des Fußgängerverkehrs.

Hintergrund: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW plant, die Neuenrader Straße (B 229) in naher Zukunft zu sanieren. In diesem Zuge wird überlegt, den Fußgängerweg an der Straße einzuziehen. Bereits 2014 wurde der graue Kasten, der offiziell als Personenzählgerät bezeichnet wird, erstmals an der Neuenrader Straße angebracht. „Doch da konnte man ihn nicht so gut sehen, weshalb er fast niemandem aufgefallen ist“, erklärte Kurlandt. Erste Zahlen liegen den Sachbearbeitern aus diesen Messungen bereits vor, werden aber noch nicht veröffentlicht.

Nötig ist das Personenzählgerät an der anliegenden Neustadtstraße, um der Stadt Vergleichszahlen zu liefern: „Die Zahlen, die wir aus den Messungen an der Neuenrader Straße haben, sind schön und gut. Doch ohne Vergleichswerte bringen die uns gar nichts.“ Am Ende der Messungen wird die Stadt dann Näherungswerte vorliegen haben: „Wie viele Fußgänger genau den Gehweg passieren, können wir nicht sagen, da das Personenzählgerät auch Hunde oder Bollerwagen erfasst.“ Einzelne Personen in größeren Gruppe könne es jedoch erkennen.

Die Zahlen werden maßgeblich in die Abwägung einbezogen, ob ein Gehweg an bisheriger Stelle noch Sinn macht: „An den Kosten für die Sanierung des Gehweges müssten wir uns mit 15 bis 20 Prozent beteiligen. Da reden wir schon von erheblichen Summen“, sagte Kurlandt, ohne nähere Zahlen nennen zu können: „Die wird es erst dann geben, wenn Straßen.NRW mit den Planungen beginnt. Schätzungsweise spätestens Anfang des nächsten Jahres.“ Neben den reinen Baukosten könne bei einem Einzug auch Geld für Winterdienst oder Reinigung gespart werden. Ob der Gehweg erhalten bleibt, oder ob er eingezogen wird und Fußgänger Alternativrouten nutzen müssen, muss dann vom Rat beschlossen werden.

Das Personenzählgerät hat sich die Stadt für rund 2000 Euro angeschafft. „So können wir es auch in Zukunft nutzen, wenn ähnliche Zählungen benötigt werden.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare