Last-Minute-Geschenke verzweifelt gesucht

+
Mayk Schröder hat für seine weiblichen und männlichen Kunden immer ein Last-Minute-Geschenk auf Lager

Werdohl - Einkaufsstress an Heiligabend: Alle Jahre wieder kommt für manche das Weihnachtsfest viel zu früh.

So auch für mich: Gestresst laufe ich auf der Suche nach den letzten Geschenken für meine Lieben durch die Fußgängerzone. Dabei bin ich in guter Gesellschaft, weiß Juwelier Dirk Holtschmidt. In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Weihnachtsgeschäft immer mehr auf die letzten Tage vor Heiligabend verschoben: „Der typische Last-Minute-Kunde ist bei uns männlich. Für uns ist das gut. Männern können wir leichter schöne Ringe, Uhren und Ketten verkaufen“, sagt Holtschmidt und schmunzelt.

Juwelier Dirk Holtschmidt kennt die Nöte der Männer vor Heiligabend.

An einen besonders verzweifelten Kunden im vergangenen Jahr kann der Fachhändler noch gut erinnern. „Ein Mann aus Altena rief quasi fünf vor zwölf bei uns an. Er wollte seiner Freundin unter dem Tannenbaum einen Heiratsantrag machen und brauchte dafür noch Ringe.“ Der Kunde traf erst nach Geschäftsschluss in Werdohl ein. Dennoch halfen Holtschmidt und seine Mitarbeiterinnen ihm beim Schmuckkauf. „Mal sehen, welche Last-Minute-Geschichte wir diesmal erleben“, so der Juwelier, der an Heiligabend noch bis 13 Uhr sein Geschäft für seine Kunden offen lässt.

Fest mit spontanen Einkäufen – vor allem durch Männer – wird auch wieder in der Parfümerie Aurel gerechnet, verrät mir Kosmetikerin Helga Böhm. Dabei werden die Suchenden besonders schnell bei den Klassikern wie Düfte, Duschgels und Bodylotions fündig. „Es gibt aber auch schon mal sehr gedankenlose Herren. Von denen möchte frau eigentlich nicht beschenkt werden“, hat Kollegin Susanne Büber die Erfahrung gemacht.

Weibliche Spontan-Shopper sind die Ausnahme

Auf meine Frage, ob es auch weibliche Last-Minute-Shopper gäbe, ernte ich von den beiden Verkäuferinnen nur fragende Blicke. „Wenn jetzt noch eine Frau bei uns nach einem Geschenk sucht, dann höchstens eines für die Schwiegermutter – im Auftrag ihres Mannes versteht sich“, sagt Böhm, die mit ihren Kolleginnen an Heiligabend bis 13 Uhr im Laden steht.

Ehrenrettung für mich und meine männlichen Geschlechtsgenossen kann Elektro-Fachhändler Mayk Schröder betreiben. Bei ihm gebe es natürlich auch weibliche Spontan-Käufer: „Vom Kopfhörer über Tablets bis zum Fernseher, wir haben immer mehrere Asse im Ärmel. Es kommt auf den Kunden an.“ Mit sechs Mitarbeitern ist er am Donnerstag noch bis 12 Uhr für seine Kunden da.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare