"Auf den Spuren Jesu“

Die Grundschule St. Michael feierte ihr 150-jähriges Bestehen

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Schlotmann’s beliebte Bimmelbahn drehte vor der Grundschule ihre Runden. Und die Fahrt kam nicht nur bei den ganz Kleinen gut an.

Werdohl - „Die Orte an denen wir leben, prägen uns und prägen unseren Zugang zur Welt“, erklärte Christel Kringe, die Leiterin der katholischen Grundschule St. Michael. Während des Festaktes anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Schule unterstrichen Kringe und zahlreiche Gratulanten am Sonntag die Bedeutung der Schule als „besonderen Ort zum Lernen und Leben“.

Im Anschluss an den Festgottesdienst waren so viele Menschen in den großen Pfarrsaal gekommen, dass viele keinen Sitzplatz fanden und die Feierstunde stehend verfolgen mussten. Die Dritt- und Viertklässler hatten unter Leitung der Musikschul-Pädagogin Marion Jeßegus zahlreiche Gesangs-, Tanz- und Musikdarbietungen einstudiert, die sie dem Publikum zwischen den einzelnen Reden präsentieren.

Ein großes Dankeschön, unter anderem für die „immense Integrationsleistung an der Schule“, sprach der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf Kringe und ihrem Team aus. Alle – vom Hausmeister über die Lehrer, die Schulleiterin bis hin zu den Eltern – sorgten dafür, dass die Kinder dort gerne zur Schule gingen. „Wenn auch nicht jeden Tag“, fügte Middendorf mit einem Augenzwinkern hinzu.

Mit der Frage, was eine katholische Schule von einer anderen Schule unterscheide, beschäftigte sich Monsignore Dr. Michael Doernemann. So sei der Pfarrer als Religionslehrer in den Klassen etwa ein Bild aus längst vergangenen Zeiten. Vieles habe sich geändert. Der Geistliche nahm Bezug auf die Homepage der Schule. Dort hatte er das „ABC der Werte der katholischen Grundschule St. Michael“ entdeckt. Darin heißt es unter anderem, in der Schule gelte es „eine Atmosphäre aufzubauen, in der sich alle wohl fühlen, einander achten und die Bedürfnisse des Einzelnen berücksichtigen; ...die Einzigartigkeit eines jeden wert zu schätzen... und die Gelegenheit zu bieten, Gemeinschaft zu erleben und in ihr Gott zu erfahren“. Dr. Doernemann lobte: „Das ist ein wirklich katholisches Format, damit bewegen sie sich tatsächlich auf den Spuren Jesu.“

150 Jahre St. Michael Schule

Dass es in der St.-Michael-Grundschule gelingt, Schülern eine Heimat zu bieten, betonte Rosalía Cornejo, heute Professorin an der Universität von Ottawa. Im Alter von knapp vier Jahren war sie 1966 als Kind spanischer Gastarbeitern nach Werdohl gekommen und besuchte die Schule von 1969 bis 1973. Cornejo bedankte sich bei ihren ehemaligen Lehrern, die ihr stets als Vorbild gedient hätten. „Die Lehrer legen den Grundstein für die lebenslange Freude am Lernen“, sagte die Professorin. Sie habe am eigenen Leib erfahren „dass wir alle miteinander leben können, wenn wir uns gegenseitig respektieren.“

Genau das könnten die Erwachsenen von ihrem Nachwuchs lernen, stellte die Schulleiterin fest: „Die Kinder machen uns vor, wie das geht, mit Menschen umzugehen, die wir nicht kennen und von denen wir nichts wissen.“ Im Mittelpunkt aller Bemühungen stehe die Suche nach einer gemeinsamen Sprache – sowohl in Bezug auf das pädagogische Handeln, als auch mit den Eltern der Kinder aus verschiedenen Nationen. Allen Beteiligten solle es ein Herzensanliegen sein, Kindern einen Ort der Geborgenheit, der Freundschaft, der Vergebung und des Lebendigseins zu geben, wünschte sich Christel Kringe abschließend.

Nach dem Festakt fiel der Startschuss für das große Jubiläumsfest, dass bei schönstem Herbstwetter rund um und in der Schule stattfand. Viele fleißige Hände sorgten nicht nur bestens für die Bewirtung der großen und kleinen Gäste, sondern hatten auch für Spiele und zahlreiche weitere Attraktionen gesorgt: Ein Schulmuseum, eine Rallye mit Grundschulmonster Kamo und vieles mehr ließ keine Langeweile aufkommen.

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