Turnhalle Eveking: FDP kontert WBG-Antrag

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Friedhelm Hermes (FDP)

Werdohl - Mit einem Antrag, die Turnhalle Eveking nicht nur zu erhalten, sondern mit Mitteln aus dem Förderprogramm Lenneschiene 2.0 zu einem gesellschaftlichen Zentrum für das Versetal auszubauen, hat die Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) zuletzt die Diskussion um die Sportstätte neu entfacht. Jetzt hat die FDP mit einem eigenen Antrag nachgezogen. Die Liberalen wollen allerdings die Bürger mehr in die Pflicht nehmen.

FDP-Fraktionschef Friedhelm Hermes kann sich einen Seitenhieb auf die WBG nicht verkneifen und kritisiert, dass die in ihrem Antrag nur viele Wünsche geäußert, aber Ideen zu deren Realisierung ausgespart habe. Er befürchtet, dass die Kosten, die die Stadt selbst für die notwendigen Investitionen aufbringen müsse, im Jahr 2018 zu einer Erhöhung der Grundsteuer führen werde.

Mehr bürgerschaftliches Engagement

Er fordert deshalb mehr bürgerschaftliches Engagement zum Erhalt der Turnhalle, kleidet dies freilich in weniger fordernde Worte: „Aus Sicht der FDP Werdohl ist es ganz besonders wünschenswert, ehrenamtliches Engagement zu stärken und den Bürgern mehr Verantwortung und Mitbestimmungskraft vor Ort zu ermöglichen. Wenn dabei obendrein dezentrale Strukturen gestärkt werden, ist dies umso besser“, heißt es in dem Antrag, den die FDP noch kurzfristig zur Beratung in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtenwicklung (Ustea) am Dienstag (15. November) vorgelegt hat.

Zuerst den Bedarf ermitteln

Konkret sehe das Konzept der FDP in einem Schritt vor, Vertreter aller Werdohler Vereine und Interessengruppen zusammenzubringen, um den Bedarf einer von der WBG vorgeschlagenen Begegnungsstätte abzufragen. Erst dann könne die Suche nach Fördermitteln beginnen. Allerdings fordert die FDP von den Vereinen auch eine „Muskelhypothek“ ein: Ein großer Teil der Arbeiten könne in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder erbracht werden, die ihre handwerklichen Fähigkeiten einbringen, glauben die Liberalen.

Stadt könnte Halle kostenfrei abgeben

Die FDP unterstützt in ihrem Antrag weiterhin das Vorhaben der Stadt, die Turnhalle Eveking aufzugeben. Allerdings solle das Gebäude einer eventuell entstehenden Trägergemeinschaft unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Der laufende Unterhaltungsaufwand solle dann durch die Vereine bestritten werden, die die Turnhalle beziehungsweise das Begegnungszentrum nutzen. „Die Vereine werden keine Miete an die Stadt zahlen müssen, trotzdem wird der städtische Haushalt nicht mit einem dauerhaften neuen Kostenpunkt belastet“, fasst Hermes das mögliche Nutzungskonzept zusammen.

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