Gutes tun für die heimische Natur

Aus den Schweizer Bergen in den Werdohler Stadtwald

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Umringt von frisch gepflanzten Laubbäumen bewegen sich die Teilnehmer des deutschlandweiten Bergwaldprojektes noch bis Freitag auf einem halben Hektar Fläche oberhalb der Landwehr.

Werdohl - Rainer Häußler hat die Schweiz zu seiner Wahlheimat gemacht. Bergige Naturlandschaften sind für den gebürtigen Baden-Württemberger, der als Zimmermann arbeitet, also nichts Neues. Dennoch nutzt er seine Urlaubstage, um sich am deutschlandweiten Bergwaldprojekt zu beteiligen, dessen Teilnehmer in dieser Woche für eine umfangreiche Bepflanzung im Wald zwischen Werdohl und Neuenrade sorgen.

„Es macht großen Spaß, andere Landschaften kennenzulernen und dabei gleichzeitig etwas Gutes zu tun“, sagt der Wahl-Schweizer, der bereits zum zweiten Mal in Werdohls Stadtwald aktiv ist.

Betreut werden die insgesamt 20 ehrenamtlichen Helfer von Projektförster Jens Thelo aus Tübingen und Revierförster Kevin Hauser. Seit Montag sind die Naturliebhaber damit beschäftigt, 2000 Traubeneichen und 500 Hainbuchen auf einem halben Hektar Fläche am nördlichsten Zipfel des Werdohler Stadtwalds zu setzen. „Wir möchten keine Monokulturen pflanzen. Bis 2007 standen hier Fichten, die dem Orkan Kyrill zum Opfer gefallen sind. Nun pflanzen wir heimische Laubbäume“, erklärt der Werdohler Förster Kevin Hauser.

Die Wahl der Kombination aus groß wachsenden Eichen und deutlich kleineren Hainbuchen sei vor einem besonderen Hintergedanken gefallen: „Der Eichenstamm ist sehr empfindlich. Die Hainbuchen sollen vor allem Schatten für die Stämme bieten.“

Seit 2008 wird das Projekt jährlich in Werdohl praktiziert: "Es gibt somit immer weniger freie Flächen", gibt Hauser einen Überblick. Dennoch wird es auch in Zukunft genug Arbeit für die Bergwald-Projektteilnehmer geben: "Wir kümmern uns auch in Zukunft um die Pflege der Bäume, so müssen wir beispielsweise den Wuchs der Brombeerplfanze unterdrücken, die den gepflanzten Bäumen erheblich Schaden zufügen würde", erklärt Jens Thelo.

120 Zentimeter hoher Verbissschutz

Damit die erst zwei Jahre alten Eichenpflanzen in Ruhe wachsen können – ihr Geschmack hat es nämlich vor allem Rehen angetan –, wurde jede einzelne mit einem 120 Zentimeter hohen Verbissschutz versehen. Jens Thelo und Kevin Hauser sehen im Bergwaldprojekt eine Win-Win-Situation: „Für das heimische Ökosystem bildet das Projekt selbstverständlich einen enormen Mehrwert. Zudem bietet die Arbeit den Projektteilnehmern auch eine besondere Möglichkeit, fernab des Arbeitsalltags einmal durchzuatmen.“

Älteste Teilnehmerin 79 Jahre alt

Einen „typischen Teilnehmer“ gebe es nicht: „Unser jüngster Teilnehmer ist 24 und unsere älteste Teilnehmerin bereits 79 Jahre alt. Zudem sind viele verschiedene Berufe vertreten: Bei uns gibt es unter anderem Zimmermänner, Juristen und Polizisten. Die Helfer kommen unter anderem aus der Schweiz, Berlin oder Hagen“, weiß Thelo. Noch bis Freitag läuft das Projekt in Werdohl.

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