Märkische Werkstätten in Werdohl suchen ehrenamtliche Kursleiter

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Christine Bosdorf-Kowalke sucht ehrenamtliche Kursleiter für die Märkischen Werkstätten.

Werdohl - „Wir wollen hier nicht unter uns bleiben“, stellt Christine Bosdorf-Kowalke fest. Sie ist Koordinatorin der Arbeitsbegleitenden Angebote in den Märkischen Werkstätten – und sucht Ehrenamtler, die bereit wären, Kurse für die Beschäftigten zu leiten.

Einmal im Jahr erstellt Bosdorf-Kowalke einen Katalog, aus dem die behinderten Menschen, die in den Werkstätten tätig sind, Angebote auswählen können. „Natürlich fragen wir zuerst, was sich unsere Beschäftigten wünschen“, erklärt die Koordinatorin. In Werdohl werden derzeit beispielsweise eine Musik- und eine Boule-AG angeboten. Es gibt eine Gruppe, die regelmäßig Modeschmuck anfertigt und eine andere, die sich Sport und Bewegung auf die Fahne geschrieben hat.

Einige dieser Kurse werden von den Betreuern der Märkischen Werkstätten geleitet. Allerdings sei das immer mit Schwierigkeiten verbunden, da diese dann während der Kurszeiten an ihrem Arbeitsplatz im Haus fehlen. „Außerdem können sie nicht alles anbieten“, sagt Bosdorf-Kowalke – und weist unter anderem auf Sportangebote hin, für die ein Übungsleiterschein notwendig sei. Als gelungenes Beispiel führt sie die Zusammenarbeit mit dem Sportverein Turbo-Schnecken Lüdenscheid an, die für die behinderten Menschen einen Drums-Alive-Kursus ins Leben gerufen haben.

Es gibt immer noch Hemmschwellen

„Leider ist es schwierig, ehrenamtliche Kräfte zu gewinnen. Selbst die Suche nach Honorar-Kräften ist nicht gerade einfach“, stellt Christine Bosdorf-Kowalke fest. Nach ihrer Erfahrung hängt das aber nicht mit mangelnder Einsatzbereitschaft zusammen. „Ich glaube, dass es immer noch Hemmschwellen gibt, wenn es darum geht, mit behinderten Menschen umzugehen“, stellt sie fest. Allerdings seien Ängste völlig unbegründet. „Wir bieten jedem tatkräftige Unterstützung, der in unseren Werkstätten einen Kursus anbieten möchte“, verspricht die Koordinatorin.

Gerne sei sie auch behilflich, wenn es darum gehe, ein Angebot auf die Beschäftigen der Werkstätten zuzuschneiden: „Behinderte Menschen können durchaus auch an einem PC-Kurs teilnehmen, wenn berücksichtigt wird, dass sie langsamer lernen als andere Teilnehmer“, sagt Bosdorf-Kowalke. Vor diesem Hintergrund könne sie sich auch vorstellen, einen Englisch-Kurs in den Märkischen Werkstätten zu etablieren, wenn das Kursziel entsprechend angepasst wird. „Schließlich gibt es solche Angebot inzwischen auch schon in Kindergärten“, stellt die Koordinatorin fest.

"Bildung muss auch behinderte Menschen erreichen"

Für neue Ideen sei sie stets offen: „Schließlich können unsere Mitarbeiter sich nur das wünschen, was sie kennen. Deshalb sind Vorschläge immer willkommen.“ Arbeitsbegleitende Maßnahmen finden während der Betriebszeit der Werkstätten statt – zwischen 8 und 16 Uhr. „Vielleicht ist auch das für berufstätige Ehrenamtler ein Hinderungsgrund, sich bei uns einzubringen“, vermutet Bosdorf-Kowalke. Sie hofft künftig auf mehr Unterstützung aus der Gesellschaft, wenn es darum geht, ein erklärtes Ziel der Inklusion zu erreichen: „Bildung muss auch behinderte Menschen erreichen. Leider sind wir, was das angeht, in Deutschland noch ganz am Anfang.“

Wer sich vorstellen könnte, einen Kurs in einer der Betriebsstätten der Märkischen Werkstätten in Werdohl, Lüdenscheid, Schalksmühle oder Kierspe zu leiten, kann sich an Christine Bosdorf-Kowalke wenden, Tel. 0 23 51 / 95 80 24.

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