VHS Lennetal: Familiengeschichte im Internet entdecken

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Ulrich Funke hat zwei Jahre lang die insgesamt 3840 Einträge der alten Kirchenbücher von Werdohl digitalisiert und auf die Internetseite der Volkshochschule Lennetal hochgeladen.

Werdohl - Was beschäftigte die Werdohler vor 200 Jahren und wie ist mein Urururgroßvater damals gestorben? Antworten auf diese Fragen gibt es auf der Internetseite der Volkshochschule Lennetal.

Ulrich Funke, ehemaliger Leiter der Plettenberger VHS, hat in mühevoller Arbeit zwei Jahre lang die alten Kirchenbücher von Werdohl digitalisiert. Die Schwierigkeit lag vor allem darin, die verschiedenen Handschriften zu entziffern. „Einige der Handschriften waren sehr schön und leserlich, andere dagegen weniger. Viele der Pastöre haben noch bis zu ihrem Tod gearbeitet und die Schrift ist durch Krankheiten wie Parkinson umso schwerer zu lesen“, erklärt Funke.

In den 1990ern ist er auf die Bücher gestoßen. Da er die Elektronische Datenverarbeitung der Volkshochschule betreut, entschloss er sich, die angelegte Datenbank für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Insgesamt 3840 Einträge umfassen die digitalen Kirchenbücher in einem Zeitraum von 1715 bis 1862. Auch vorher führten die Pastöre von Werdohl Kirchenbücher, doch diese wurden bei einem der vielen Dorfbrände zerstört. Die erhaltenen Bücher sind heute in Bielefeld im Archiv der Kirche gelagert. Dort müssen sie in speziellen Klimakammern aufbewahrt werden, da die Seiten sehr brüchig sind.

Information

Die Kirchenbücher sind unter www.vhs-lennetal.de – „Neue Beiträge zur Werdohler Geschichte“ zu finden.

Auf der Internetseite erscheint zunächst eine kurze Einleitung. Dahinter steht eine Liste von Einträgen, die laut Funke besonders interessant sind. Aus den Einträgen können Interessierte den Namen, den Wohnort, das Alter, das Geburts- und Todesdatum und die Todesursache entnehmen. Um gezielter suchen zu können, besteht die Möglichkeit, einen bestimmten Nachnamen oder Wohnort einzugeben. „Die digitalen Kirchenbücher ermöglichen den Werdohlern ihre Familiengeschichte zu erforschen“, sagt Funke.

Hinter der Eintragsnummer versteckt sich immer der Originaltext aus den Kirchenbüchern. Hier könne man selber ein bisschen Rätselraten und versuchen, die alten Schriften zu entziffern. Daneben steht häufig „Text“ oder „Info“. Unter „Text“ finden Interessierte die sogenannte Transkription, also die Übersetzung des Originaltextes. Unter „Info“ gibts Bilder oder Auskunft zu den historischen Umständen. Unter diesen Informationen steht oftmals „Anmerkung“. Dahinter verbirgt sich ein Link zu Wikipedia, der weitere Zusatzerläuterungen bringt. Zudem gibt es eine Zeitleiste, die neben den Ereignissen in Werdohl auch die politische und gesellschaftliche Entwicklung von Deutschland darstellt. Dies solle die Zusammenhänge verdeutlichen.

Funke hat sich nicht nur zum Spaß mit diesem umfassenden Thema beschäftigt: „Damit möchte ich erreichen, dass sich die Leute nicht nur informieren, sondern auch ein Verständnis für die damalige Zeit entwickeln. Sie sollen das mit der heutigen Situation vergleichen und sehen wie gut wir es doch haben.“ Zudem sei es sein Wunsch, dass die Leute in den individuellen Geschichten stöbern, darüber nachdenken und sich davon inspirieren lassen.

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