Doris Althoff liest in Alt Pungelscheid

Werdohl - Wo einst der König aus Korsischen Landen gewohnt haben soll, wird heute gemordet. Zumindest in dem Krimi der Werdohler Autorin und Burgbewohnerin Doris Althoff.

Entstanden ist der Krimi, den Doris Althoff am Sonntag, 26. April, um 16 Uhr in einer Lesung in Werdohl, Alt Pungelscheid 2, vorstellt, in der Krimiwerkstatt der Volkshochschule Volmetal. Diesmal haben sich die Autorinnen und Autoren heimische Denkmäler zum Schauplatz literarisch begangener Untaten gewählt. Denn die alten Mauern sind reich an Geschichte und Geschichten. Warum sollte man da nicht die eine oder andere Mordtat hinzu erfinden?

Wenn man in einem Denkmal lebt, das Geschichten von korsischen Königen, unterirdischen Gängen und adligen Vorfahren erzählt und dazu Kriminalgeschichten schreibt, liegt der Gedanke nahe, sich an solch einem Projekt zu beteiligen. Die Pungelscheiderin Doris Althoff, die seit mehr als 15 Jahren der Geschichtenschmiede Volmetal angehört, hat im Jahr 2000 mit einem eingereichten Krimi zum Wettbewerb „Weibergeschichten“ einen der ersten Plätze belegt. 2004 gewann Doris Althoff den ersten Preis des Literaturwettbewerbs der VHS Volmetal für ihre Liebesgeschichte „Lavendel“.

„Der lange Schatten des Königs“ heißt ihr aktueller Krimi, der in dem neuesten Buch der Krimiwerkstatt „Mord im Denkmal“ erschienen ist. Und so lesen sich die ersten Zeilen des Krimis: „Verschlafen liegt der mittelalterliche Burgkeller der um 1300 erbauten Burg zu Pungelschede im Morgendunst. Nichts erinnert mehr an den Brand von 1797, ausgelöst durch einen Blitz, der die Burg bis auf die Reste des Rundturmes und des Gewölbekellers niederbrannte. Zwei gegen Ende des 20. Jahrhunderts wieder aufgemauerte Brunnen im Burghof strecken sich neugierig gen Himmel, stellen optisch die Verbindung zu dem auf der anderen Straßenseite gelegenen Bauerhaus dar, das 1808 aus den alten Steinen der abgebrannten Burg errichtet wurde. Burg, Hof und das ehemalige Gelände liegen eingerahmt im Schutze der teils noch vorhandenen, mit Efeu bedeckten Burgmauern.

1359 wurde die Burg zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Erbauer gilt Rötger von Neuhoff. Aus dieser Adelsfamilie Neuhoff stammt auch der Abenteurer Baron Theodor von Neuhoff, der 1736 für sieben Monate der erste und einzige König von Korsika war und einige Zeit in der Burg zu Pungelschede gelebt haben soll. Noch heute erzählt man sich von einem unterirdischen Gang, der von der Burg bis nach Versevörde, einem Ortsteil Werdohls, der bis an die Verse reicht, führt. Nichts ließ zu Zeiten Theodor von Neuhoffs die Intrige erahnen, die dieser Ort eines Tages erfahren sollte.“ Gespickt ist der Krimi mit geographischem und politischem Lokalkolorit, satirischen Zügen und schwarzem Humor.

Eine Anmeldung zur Lesung am 26. April ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Aufgrund begrenzter Plätze empfiehlt es sich, rechtzeitig im alten Gewölbekeller zu erscheinen. Der urige Keller dürfte vielen Werdohlern und Liebhabern außergewöhnlicher Veranstaltungen und besonderem Ambiente aus der Zeit von 1998 bis 2002 bestens bekannt sein. Damals veranstalteten Doris Althoff und ihr Mann mehrmals jährlich einen Mottoabend in „Theodores Burgtaverne“. Fotos an den Wänden erinnern an vergangene, ereignisreiche und fröhliche Tage. Es gab 70-er Jahre Abende, märchenhafte Gitarrenabende, Pianoabende in schwarz-weiß, Deutschrockabende, Italienische Nächte und natürlich mittelalterliche Abende, an denen eine dem Motto entsprechende Kostümierung belohnt und an denen mit „güldenen Thalern“ bezahlt wurde.

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