Diskussion über Wasserverbrauch in der AEG

Diskussion über Wasserverbrauch: Wann ist es zu viel?

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Werdohl - Sind die Gesamtschüler nun die großen Wasserverschwender? Oder ist alles nur halb so schlimm? Zwischen diesen beiden Fragen bewegte sich im Bau- und Liegenschaftsausschuss am Montag die Diskussion über den Energiebericht der Stadt Werdohl.

Zu Erinnerung: Der Bericht für das Jahr 2015 hatte für die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) einen gegenüber dem Vorjahr um 74 Prozent erhöhten Wasserverbrauch ausgewiesen. Als Ursache wurde das veränderte Nutzerverhalten ausgemacht. Mit anderen Worten: Offenbar hatten die Schüler an den Wasserspülungen manipuliert, so dass das kostbare Nass in großen Mengen in den Kanal geflossen ist.

In der Ausschusssitzung wurde Fachbereichsleiter Thomas Schroeder nicht so deutlich. „Wir haben keine plausible Erklärung für diese Entwicklung gefunden“, sagte er – und sorgte mit dieser Äußerung dafür, dass CDU-Fraktionschef Stefan Ohrmann der Kragen platzte: „Wir sollten doch nicht um den heißen Brei herumreden! Es muss mit der Schulleitung geredet werden. Und vielleicht müssen die Lehrkräfte in den Pausen auch mal nachgucken, was in den Toiletten so passiert.“ 

Bessere Kontrollen, beispielsweise durch den Hausmeister, der regelmäßig die Zählerstände kontrollieren könnte, regte auch Thorsten Hänel (WBG) an, während Jürgen Henke „Druck auf die Schulleitung machen“ wollte. Der Ausschussvorsitzende Dirk Middendorf (CDU) dagegen war sichtlich um eine sachliche Betrachtung bemüht: Generell bewege sich der Wasserverbrauch in der AEG immer noch in einem erträglichen Rahmen, verglichen mit dem Wert des Jahres 2008, beschwichtigte er. Seinerzeit hatte die Stadt für den Wasserverbrauch der Gesamtschule rund 16 000 Euro aufwenden müssen, 2015 waren es rund 9000 Euro, der Wasserverbrauch ist von fast 6500 Kubikmetern auf zuletzt gut 3500 Kubikmeter gesunken.

Freilich hatte es zwischendurch auch schon Jahre mit einem Wasserverbrauch von weniger als 2000 Kubikmetern (2012) gegeben. Im Mittel lag der Wasserverbrauch seit 2007 bei etwa 3800 Kubikmetern. Zwischen 2008 und 2012 ist der Verbrauch kontinuierlich gesunken, danach Jahr für Jahr gestiegen. An der benachbarten Hauptschule und auch in der Sporthalle Riesei sinkt der Wasserverbrauch seit 2008 fortwährend, mit kleinen Ausnahmen in den Jahren 2012 und 2013.

Eine Verbesserung der Situation erhofft sich Fachbereichsleiter Schroeder durch den Einsatz des städtischen Klimaschutzbeauftragten, der im Januar 2017 seine Arbeit aufnehmen soll. „Der soll auch Ansprechpartner für die Schulen sein und bei den Schülern das Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen schärfen“, kündigte er an. Außerdem würden schon jetzt einmal monatlich die Wasserzähler abgelesen, um ungewöhnlich hohe Verbräuche rechtzeitig erkennen zu können.

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