Bekenntnis zum Naturstein am Werdohler Lenneufer

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Das Hochwasser hat an der Natursteinterrasse am Lenneufer sichtbare Spuren hinterlassen. Manch einer fragt sich, ob die Kosten für die Reinigung und das neue Aufschütten von Splitt eingerechnet sind.

Werdohl - Die Hinterlassenschaften des jüngsten Hochwassers an der gerade erst angelegten Lenneterrasse sind gut sichtbar. Über die Kosten und Folgen machte sich Jürgen Henke (SPD) am Montag im Hauptausschuss seine Gedanken.

„Das sieht nicht gut aus, das bedarf sehr viel Arbeit zur Reinigung, vielleicht gibt es ja Ideen, das zu verbessern“, ließ Henke, der immerhin Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung ist, seinen Gedanken freien Lauf. Zudem hatte Henke einen Leserbrief in unserer Zeitung gelesen, dessen Verfasser sich mit dem Verfüllen der Natursteine mit Splitt beschäftigte. Der Leser ist der Meinung, dass mit dem bei jedem größeren Hochwasser wegschwimmenden Splitts eine Fehlentscheidung getroffen worden sei.

Henke und seine Bedenken schlug am Montag eine Welle von Unverständnis entgegen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Hermes erinnerte den SPD-Ausschussvorsitzenden daran, dass er doch selbst gemeinsam mit dem Rat beschlossen habe, an der Lenne eine Natursteinterrasse zu errichten. Hermes: „Das weiß doch wirklich jeder, selbst bei der Bürgerbegehung der Baustelle ist das so verstanden worden.“ Die Stadt habe das Hochwasser gut bewältigt, Henke solle doch die Lenneterrasse nicht schlecht reden.

Auch CDU-Sprecher und stellvertretender Bürgermeister Dirk Middendorf verteidigte gegen Henke: „Wir wollen keine asphaltierte Fläche dort, darüber haben wir stundenlang diskutiert.“ Der Rat habe den von der Baufirma hergestellten Zustand „ganz genau so“ gewollt. Allen sei klar, dass bei einem Hochwasser ein Teil des Kieses fortschwimme und der aufgefüllt werden müsste. Gleiches geschehe mit dem Sand auf dem Goethe-Spielplatz.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen sprang Jürgen Henke bei und stellte fest, dass seine Fraktion an der Lenneterrasse nichts schlechtreden wolle: „Aber über Probleme muss man reden.“ Er fragte, ob eine Verharzung des Splitts teurer sei als drei oder vier Mal im Jahr den Splitt auszutauschen. Von Manfred Buchta (CDU) und von Thomas Benecke später bei der Bürgerfragestunde kam die Anregung, große Steine als Strömungsbrecher vor die Lenneterrasse zu legen. Benecke sagte später gar die Apokalypse voraus: „Das nächste Hochwasser wird die Terrasse total zerstören.“

Fachbereichsleiter Thomas Schroeder nahm die Anregungen und Bedenken auf und versprach, aus den Erfahrungen zu lernen.

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