Desaster bei Versetaler Schützen: Vorstand tritt zurück

Vorsitzender Frank Herber hatte mit aller Kraft für die Umstrukturierung des Vereins eingestanden und sein Amt daran geknüpft. Nach der Abstimmungsniederlage erklärte er tief enttäuscht seinen sofortigen Rücktritt.

Werdohl - Der Versetaler Schützenverein steht vor einem riesigen Scherbenhaufen: Der Antrag des Vorstands auf eine lange vorbereitete Neustrukturierung des überalterten Vereins fiel am Freitagabend bei den 89 abstimmungsberechtigten Mitgliedern durch.

Vorsitzender Frank Herber hatte diese Aufgabe an sein Amt geknüpft und trat direkt nach der Abstimmung zurück. Auch der zweite Vorsitzende Bastian Häring und Manfred Herber als Heimwart legten ihre Ämter nieder. Geschäftsführer Jürgen Wehlus bleibt nur noch bis zur regulären Jahreshauptversammlung in zwei Wochen im Amt, danach hat auch er keine Lust mehr.

Die Schützen tagten am vergangenen Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nach nur einer Stunde war das Desaster perfekt. Frank Herber hatte die Versammlung eröffnet und noch einmal leidenschaftlich dafür plädiert, die Züge aufzulösen und in einer Vereinsstruktur zu integrieren. Die Kosten liefen den Schützen davon und die Mitglieder auch: Aktuell gibt es nur noch 403. Es gab in den vergangenen Wochen 35 Austritte, aus unterschiedlichen Gründen allerdings, wie Geschäftsführer Jürgen Wehlus im Gespräch mit der Redaktion erklärte.

Vor der Abstimmung entbrannte eine kurze Diskussion um den Schießraum Bärenstein. Mitglieder hatten die Sorge, dass der Schießraum geschlossen werden soll. Der Vorstand erklärte, dass über die Zukunft dieses kleineren Vereinsheimes erst im Herbst gesprochen werden sollte. Danach wurde noch über die Begrifflichkeiten von „Wahl“ und „Abstimmung“ debattiert mit dem Ergebnis, dass nur volljährige Schützen das Stimmrecht bei dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung haben sollten.

Das Abstimmungsergebnis der geheimen Wahl fiel denkbar knapp aus: 62 Schützen stimmten mit Ja, bei der vereinsrechtlich vorgeschriebenen Dreiviertelmehrheit hätten es aber 67 sein müssen. Drei enthielten sich der Stimme, 24 stimmten dagegen. Die Versammlung reagierte geschockt. Ferber und Häring traten tief enttäuscht und fassungslos zurück, Wehlus beendete die Versammlung, als niemand mehr etwas zu sagen hatte.

Direkt nach der Abstimmung hatten schon einige Schützen das Schützenheim in Altenmühle verlassen, ohne die Auszählung abzuwarten. Jürgen Wehlus: „Da waren so fünf bis zehn Mitglieder, die nur zu der Versammlung gekommen waren, um ihr Kreuzchen gegen unsere Vorstandspläne zu machen.“ Wehlus vermutet: „Die waren von anderen nur dafür aktiviert worden.“

Am 23. Januar müssen die Posten beider Vorsitzenden und beider Geschäftsführer neu besetzt werden, wie es weitergehen soll, weiß gerade niemand.

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