David Readman zollt Werdohler Fans Tribut

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Wenn Gitarrist Zibby Krebs aus Polen (rechts) in die Saiten griff, packte auch Vokalist David Readman seine Luftgitarre aus.

Werdohl - Wieder einmal kochte das Alt Werdohl. Die Konzertreihe Go Music ist ein Stimmungs-Garant. Und so hatte am Mittwochabend Bassist Martin Engelien erneut hochkarätige Mitmusiker auf die Bühne der heimischen Musikkneipe geholt. Die vier stachelten sich immer wieder gegenseitig zu neuen Höchstleistungen an und auf.

Am Anfang stand zunächst ein kleiner Moment der Stille. Go-Music-Initiator Engelien widmete den Opener „Respect“ dem verstorbenen Stammgast von Wirt Jürgen „Pöngse“ Krutzsch, den beinahe jeder in der Stadt unter dem Spitznamen „Mauerspringer“ kannte.

Dann folgte ein Parforce-Ritt durch die Musikgeschichte, eröffnet mit einer temporeichen Version von „Let me Entertain you“ – im Orginal von Robbie Williams interpretiert. Der britische Sänger David Readman stand dem ehemaligen Boygroup-Mitglied in nichts nach.

Und schon früh am Abend kündigte Bassist Engelien dann einen Song an „über das, wofür wir alle geboren sind“, an. Es folgte mit „Rock ‘n’ Roll“ von Led Zeppelin so etwas wie die Nationalhymne des Alt Werdohl. Readman durfte dabei endlich etwas mehr in die Vollen gehen. Er schrie und stöhnte sich die sprichwörtliche Seele aus dem Leib.

Erstmals bei einem Go-Music-Konzert auf der Bühne stand indes der Pole Zibby Krebs. Das schmächtige Kerlchen freute sich darüber offensichtlich sehr – und grinste die kommenden drei Stunden in einer Tour. Dabei wrang er aus seinen Saiten – immer wieder von Readman und Engelien angestachelt – das ein oder andere bemerkens- und hörenswerte Solo.

Doch nicht nur laut sollte es am Vorabend des Feiertages werden. Das einmalige Quartett auf der Alt-Werdohl-Bühne spielte vor vollem Haus auch „Little Wing“ von Jimi Hendrix. Die Ballade kam in einer zu Tränen rührenden, wunderschönen Variante aus den Boxen. Die Go Music bietet immer wieder besondere Momente, dies war definitiv einer davon.

„Addicted to Love“, 1986er Hit von Robert Palmer, war ebenso einer der Höhepunkte dieses Jam-Konzertes. Die Interpretation der vier Musiker in Kultwirt Pöngses Wohnzimmer war mitreißend wie ein Tornado. Der niederländische Drummer Hans in’t Zandt hatte mit seinem ebenso kraftvollen wie leichthändigen Spiel daran maßgeblichen Anteil.

Beim abschließenden „Highway to Hell“ der Australier AC/DC wrangen die diesmaligen Go-Music-Teilnehmer ihre letzten Kraftreserven aus sich heraus. Das Publikum drehte auch noch einmal auf und sang lautstark mit. Der britische Vokalist Readman zollte den Fans in lupenreinem Deutsch Tribut: „Ihr seid echt der Hammer.“ Und auch Chef Engelien war mehr als zufrieden. Bevor er ging, gab er den Zuschauern noch mit auf den Weg, weiterhin Konzerte zu besuchen und nicht (nur) vor dem Internet zu hocken: „So eine Atmosphäre wie hier, die könnt Ihr nie downloaden.“

Die Go-Music-Reihe geht derweil zunächst in die Sommerpause und kehrt nach Werdohl erst im Herbst zurück.

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