Ein Ehering im Ei rettet Ken Bardowicks die Show

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Nach und nach taute das Publikum auf, der Comedian erreichte seine Zuhörer etwas besser.

Werdohl - Wie kommt der Ring ins Ei? Und wo ist die Grapefruit hin? Es war ein wahrlich wundersamer Sonntagabend im Kleinen Kulturforum. Der Magier und Comedian Ken Bardowicks verzauberte dort gut zwei Stunden lang sein Publikum.

Lachen und Staunen bis der Bauch schmerzt. Auch wenn der kleine Saal nicht ganz voll war, die Stimmung war dafür umso besser. Die Werdohler waren sich einig: Ken Bardowicks hat den Deutschen Kabarettpreis nicht umsonst bekommen. Die einzigartige Mischung zwischen Kabarett und Magie überzeugte, auch wenn manch ein Gast sicherlich gerne mehr Zauberei gesehen hätte. Die Witze des gebürtigen Wiesbadeners kamen gerade zu Beginn nämlich nicht immer an beim Publikum. Mag sein, dass es daran lag, dass sein trockener Humor im englischen Stil gerade zu Anfang eher flach daher kam. „Eine Hebamme, die stundenlang bei einer Geburt sitzt, bekommt einen Tunnelblick.“ Oder: „Wie heißt ein intelligentes Ei? – Eiweiß“. Das war wohl nicht das, was die Werdohler hören wollten.

Doch Bardowicks redete sich in Form und binnen Minuten hatte er auch das Publikum auf seiner Seite, das ihn allerdings nach wie vor besonders für seine Zaubertricks mit kräftigem Applaus belohnte.

Die Show war mehr als eine Aneinanderreihung von Witzen, Zaubertricks und Anekdoten. Bardowicks erzählte eher eine zweistündige Geschichte, alles baute irgendwie auf einander auf. So berichtete er beispielsweise auf äußerst amüsante Weise von seinen Anfängen: „Als Kind war ich eher der Typ Alleinunterhalter. Später begann ich auch vor Publikum aufzutreten.“ Später sei er mit seinem Zauberkoffer als Straßenkünstler durch Australien gereist. „Da hatte ich erstmals Berufszweifel und überlegte, ob ich nicht besser Medizinmann würde.“ Zu seinen ersten Tricks gehörte es damals, Eheringe fortzuzaubern, was er selbstverständlich auch den Werdohlern demonstrierte. Später ließ er ein Ei, eine Zitrone und eine Grapefruit verschwinden. Auf wundersame Weise tauchten jedoch alle Dinge wieder auf. Die Zitrone in der saftigen Grapefruit, das Ei in der unbeschädigten Zitrone – und zu guter letzt sogar der Ehering. Er lag im Dotter des Eis, das der Zauberkünstler gerade vor den Augen des staunenden Publikums aus der Zitrone geholt hatte. Als er es aufschlug, tropfte mit dem Eiweiß auch der Ring heraus. Die Zuschauer waren begeistert.

Ken Bardowicks brauchte keine speziellen Effekte oder spektakulären Tricks. Er verzauberte mit Wortwitz und detailverliebter Magie.

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