Rätsel um Grabplatte im Alten Dorf ist gelöst

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Ein Blick ins Alte Dorf, links die Hausnummern 14/16, rechts das Haus Nummer 5. In dem Anbau links im Bild lebte Maria Stolte bis zu ihrem Tod im Jahre 1968. Ihre Grabplatte nahmen Angehörige wohl mit nach Hause, sie diente jahrzehntelang als Trittstufe vermutlich am Haus Poststraße 1. Die Platte tauchte vor ein paar Tagen im Laub neben dem Baum (im Bild) wieder auf.

Werdohl - Die vor ein paar Tagen im Alten Dorf gefundene Grabplatte der 1968 verstorbenen Maria Stolte hat jahrzehntelang als Trittstufe vermutlich am Haus Poststraße 1 gedient. Christel Zündorf-Schulte meldete sich jetzt aufgrund der Veröffentlichung in ihrer Heimatzeitung. Maria Stolte hatte bis zu ihrem Tod im Haus Altes Dorf 14/16 gelebt – das Haus gehörte bis 2012 Christel Zündorf-Schulte.

Das Rätsel um die am Parkplatz neben einem Baum abgelegte Grabplatte ist gelöst, die Geschichte dahinter ist für alte Werdohler ein spannender Rückblick auf frühere Zeiten im Alten Dorf und an der Poststraße.

Der Reihe nach: Christel Zündorf-Schulte ist 79 Jahre alt und lebt jetzt in Lütjenburg bei Kiel. Sie hat ihre Heimatzeitung nach Schleswig-Holstein abonniert und las so am Montag, was der SV am Samstag über den zufälligen Fund der Platte durch Gisela Eckhardt aus Ütterlingsen berichtete. Die war fast über den Stein gestolpert und hatte ihn in die naheliegende SV-Redaktion gebracht.

Zündorf-Schulte gehörten die Häuser Altes Dorf 14/16, wobei die Nummer 14 ein Werkstattanbau ist. In diesem Anbau habe Maria Stolte gelebt, von vielen im Alten Dorf und Umgebung auch gern „Witwe Bolte“ genannt. In diesem Anbau hatte Frau Stolte ein Zimmer, von Nachbarn auch liebevoll „Bolte-Zimmer“ genannt. Christel Zündorf-Schulte ist die Witwe des Klempnermeisters Schulte, ihr Mann starb bereits 1989.

Nach dem Tod von Maria Stolte 1968 und einer entsprechenden Liegezeit haben Angehörige den Grabstein wohl zunächst in das Haus zurückgeholt. Wer das war, daran kann sich Christel Zündorf-Schulte heute nicht mehr erinnern. „Der Stein hat eine Zeit lang in der Waschküche des Hauses Altes Dorf Nummer 5 gelegen, in dem wir wohnten“, weiß sie.

Aus welchen Gründen auch immer sei die Grabplatte dann vermutlich im Haus Poststraße 1 als Trittstein für eine kleine Treppe benutzt worden, mit der Inschrift nach unten. Erst vor kurzem kam es bei dem Haus zu einem Besitzerwechsel. Es könne sein, so vermutet Christel Zündorf-Schulte, dass die neuen Besitzer die Platte einfach in der Nähe des letzten Wohnortes von Maria Stolte ins Laub gelegt haben. Eine Grabplatte des ehemaligen Friedhofs der früheren Kiliankirche ist der Fund auf keinen Fall, dafür ist er noch viel zu jung.

Christel Zündorf-Schulte hat aber noch eine weitere Erinnerung an Maria Stolte parat. Sie habe 2012 bei ihrem Umzug nach Schleswig-Holstein ein wackeliges kleines Tischchen mitgenommen. Dieser Beistelltisch habe ihr so gut gefallen, weil eine kleine Schublade daran angebracht ist. In dieser Schublade habe sie kurz vor ihrem Umzug ein Gebetbuch oder ein Gesangbuch gefunden – mit dem Namenseintrag der verstorbenen Maria Stolte. Dieses Büchlein habe sie Jürgen Hennemann zur Weitergabe ans Stadtmuseum überlassen.

Dieses Buch ist zumindest beim Heimat- und Geschichtsverein nicht angekommen. Vorsitzender Heiner Burkhardt weiß nichts von dem Buch, kennt aber wiederum die Geschichte vom Alten Dorf und dem Haus Poststraße 1. Burkhardt wusste vom Verkauf des früheren „Waldeck-Hauses“ und kann sich sogar an die Stelle erinnern, an der die Grabplatte vermutlich viele Jahre gelegen haben muss.

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