Rentner beklagt Fehlplanung an Bushaltestelle

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Karl Heinz Neumann ist mit der Situation an der neuen Bushaltestelle an der Freiheitstraße nicht zufrieden. Haltepunkt der Busse und Warteplätze für die Fahrgäste sind nach seiner Auffassung nicht optimal aufeinander abgestimmt.

Werdohl - Für Karl-Heinz Neumann ist die neue Bushaltestelle an der Freiheitstraße alles andere als ein großer Wurf. Der Rentner aus Ütterlingsen sieht hier vielmehr – insbesondere im Interesse von Senioren – erheblichen Verbesserungsbedarf.

Im Zuge des Stadtumbaus waren im vergangenenn Jahr auch die beiden Bushaltestellen an der Freiheitstraße erneuert worden. Insbesondere die Neugestaltung der Haltestelle an der Christuskirche ist nach Ansicht von Karl-Heinz Neumann nicht besonders gut gelungen. „Aus meiner Sicht ist das eine glatte Fehlplanung“, sagt der Werdohler, der nach eigenen Angaben viel mit den Bussen der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) unterwegs ist – und er liefert auch die Begründung für diese Einschätzung: An der Haltestelle Kirche sei Platz für drei Linienbusse, wobei der erste ankommende Bus immer bis zur vordersten Haltestelle vorfahre. Dort allerdings befindet sich kein überdachter Warteplatz mit Sitzgelegenheit für die Fahrgäste. Die nächste Möglichkeit, auf den Bus zu warten, gibt es erst an der zweiten Haltestelle, eine weitere an der dritten Haltestelle. An diesen Haltestellen hält allerdings so gut wie nie ein Bus, weil die Fahrzeiten so getaktet sind, dass ankommende Fahrzeuge immer bis vorne durchfahren können. „Das bedeutet für mich, dass ich mich beeilen muss, um vom überdachten Sitzplatz die 20 Meter zum Bus zu überwinden“, beschreibt Neumann die Situation.

Für viele Busfahrgäste wäre das wahrscheinlich kein allzu großes Problem, doch Karl-Heinz Neumann ist 86 Jahre alt und aufgrunddessen nicht mehr ganz so flink auf den Beinen. Deshalb hat er sich mit diesem Problem auch an die MVG gewandt, dort aber erfahren, dass die Verkehrsgesellschaft zwar für die Beschilderung der Haltestellen, nicht aber für deren Möblierung zuständig ist. Das sei Sache der Stadt Werdohl. Also wandte sich Neumann mit seinem Anliegen an Bürgermeisterin Silvia Voßloh: Der überdachte Warteplatz an der dritten Haltestelle werde von Bussen praktisch nie angefahren und könne doch deshalb in die Höhe der ersten Haltestelle verschoben werden, regte er an. „Eine solche Änderung würde aus meiner Sicht allen Bedürfnissen entsprechen“, schrieb er an das Stadtoberhaupt.

Im Rathaus hat sich mittlerweile Fachbereichsleiter Thomas Schroeder mit der Angelegenheit befasst. Die Stadt habe die Planung nach Gesprächen mit der MVG und unter Beteiligung von Schwerbehinderten-Vertretern so vorgenommen, dass die beiden Wartehäuschen etwa in der Mitte der gesamten Bushaltestellen liegen, erklärte er. Eine Vesetzung eines der beiden Häuschen sei jetzt nur noch unter großem finanziellen Aufwand möglich. „Wir müssten neue Fundamente schaffen, das ist einfach nicht zu rechtfertigen“, erteilte er Neumanns Anliegen eine Absage. „Die Fahrer der MVG haben allerdings die Anweisung, vor der Abfahrt darauf zu achten, ob eventuell noch jemand auf dem Weg zum Bus ist“, hat er für die Probleme von Senioren und Behinderten durchaus Verständnis. Falls ihnen der Bus trotzdem vor der Nase wegfahren sollte, bittet er um eine Nachricht an die Stadtverwaltung. „Wir werden dann das Gespräch mit der MVG suchen.“

Verbesserungsmöglichkeiten sieht Neumann übrigens auch an der Bushaltestelle vor der Moschee, von wo die aus Richtung Bahnhof ankommenden Busse in Richtung Rathaus abfahren. „Hier halten fast immer nur zwei Busse hintereinander, weil die nur kurze Grünphase der Ampel an der Kreuzung Bahnhofstraße/Edeka nicht mehr als zwei Busse passieren lässt. Deshalb könnte an der Moschee die erste Haltestelle ganz entfallen und es würden für die beiden verbleibenden Haltestellen genügend überdachte Warteplätze zur Verfügung stehen.“

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