Bunte Stolpersteine für die Rechte der Kinder

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Stadtjugendpfleger Michael Tauscher (hinten mit Mütze) war begeistert davon, mit welchem Engagement die Mädchen und Jungen für ihre Rechte einstanden.

Werdohl - Waffel- und Kaffeeduft liegen in der Luft. „Achtung, Achtung: Hier spricht ein Kind“, ruft ein Junge durch ein Megafon. Passanten wirken irritiert. „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung“, betont der kleine Protestierer anlässlich des Weltkindertages.

Auf einem großen Hinweisschild steht – in kindlicher Schrift geschrieben: „Mama redet und redet..., aber hört nie zu.“ Zum internationalen Weltkindertag – in Westdeutschland seit 1954 jährlich zum 20. September begangen, in Ostdeutschland seit 1950 am 1. Juni – machen insgesamt 15 Mädchen und Jungen auf Kinderrecht aufmerksam.

Selbstgebastelte Stolpersteine und Hinweisschilder stehen in der Fußgängerzone zwischen dem Durchgang zur Bücherei und einem chinesischen Restaurant. Michael Tauscher von der Jugendpflege Werdohl berichtet: „Viele Erwachsene sind erst einmal verunsichert, wenn die Jugendlichen sie ansprechen. Aber sie wollen ihnen ja nichts verkaufen.“ Und er berichtet: „Manche waren dann auch so begeistert, dass sie spontan gespendet haben.“

Derweil laufen ein paar der teilnehmenden Kinder mit einer Wunschbox herum. Sie sammeln von Kindern, die vorbei kommen, auf Zetteln Anregungen ein, die diese zu den Fragestellungen „Was fehlt Dir in Werdohl?“, „Was wünscht Du Dir?“ und „Was stört Dich?“ haben. Tauscher ist begeistert: „Die Kinder hatten ihre eigenen Ideen, was und wie sie es machen wollten. Das ist unfassbar, wie kreativ und spontan sie sind.“

Die Stolpersteine und Hinweisschilder fordern für alle Kinder das Recht auf Freiheit, auf gewaltfreie Erziehung, auf einen Namen, auf Privatsphäre, auf Gesundheit, aufs Spielen, darauf, nicht arbeiten zu müssen, auf ein Leben ohne Krieg, darauf, nicht als Soldaten kämpfen zu müssen, darauf, nicht ungewollt angefasst zu werden, nicht sexuell missbraucht zu werden.

Auf einem Laptop, der auf einem Tisch vor einer Drogerie steht, läuft ein Film, der die UN-Kinderkonvention vom 20. November 1989 in kindgerechten Worten erklärt. Ratifiziert haben diese Konvention alle UN-Staaten bis auf den Sudan und die USA. Mit ihr soll die Ausbeutung von Kindern weltweit verhindert werden.

Zahlreiche Passanten informieren sich. Unterstützt wurde die Aktion vom Stadtelternrat, dem türkischen Elternverein und der Stadtjugendpflege.

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