Das Bürgerbegehren gegen den Westpark wird kommen

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Rund 60 Männer und Frauen überwiegend im Rentenalter waren Montagabend in den Ütterlingser Krug gekommen, um sich von der WBG über die Initiative gegen den Westpark zu informieren.

Werdohl - Rund 60 zumeist ältere Männer und Frauen waren Montagabend der Einladung der WBG gefolgt, um ein Bürgerbegehren gegen den Westpark vorzubereiten. Spontan fanden sich mit Andre Steckhan, Dieter Benninghaus und Heide Schöneberg drei Bürger, die das Bürgerbegehren formal beantragen wollen.

WBG-Fraktionsvorsitzender Volker Oßenberg freute sich: „Wir sind überwältigt, wir hatten nicht mit so vielen Menschen gerechnet.“ Damit dürfte klar sein, dass es zu einem Bürgerbegehren kommen wird. Oßenberg machte deutlich, dass so ein Bürgerbegehren nicht von der WBG-Fraktion beantragt werden dürfe. Entweder müssten sich Privatpersonen finden oder die WBG als Verein könne dies beantragen. „Ich mach das“, rief Andre Steckhan in den bestens gefüllten Saal im Ütterlingser Krug und brach damit das Eis. Oßenberg rechnet mit einer Frist von sechs Wochen, in der der Ratsbeschluss vom 9. Mai angefochten werden könne. „Nach unserem Dafürhalten haben wir auch eine Drei-Monats-Frist, aber wir sollten hier und jetzt den Druck hoch halten und die Sache zum Ziel bringen.“

Werdohl habe andere Probleme als eine schöne Lennewiese, nutzte er die langsam aufbegehrende Stimmung im Saal. Aber auch Fakten hatte Oßenberg zusammengetragen. Die drei Initiatoren müssten die an Ort und Stelle ausgefüllten Anträge so schnell wie möglich persönlich ins Rathaus bringen. Danach brauche die Verwaltung Zeit, die für den Westpark entstehende Kosten zu ermitteln und den Antrag anzunehmen. Danach blieben geschätzt zwei Wochen, um die Unterschriften für das Bürgerbegehren zusammen zu bekommen. Neun Prozent der Bevölkerung müssen dann gegen den Westpark unterschreiben, das sind 1200 Unterschriften. Bei einer Fehlerquote von 20 Prozent ungültiger Unterschriften sollten 1800 Unterschriften gesammelt werden. Unterschreiben dürfen nur in Werdohl wohnhafte Bürger, es müssen EU-Bürger sein und sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein.

Oßenberg zählte die Argumente auf, die gegen den Bau des Parks sprächen. Der Westpark liege zu weit weg von der Lennepromenade: „Das ist das schönste Stück Lenne, dass es überhaupt gibt. Wir brauchen keine zweite Anlage, die die Besucher davon abhält.“ Der relevanteste Punkt seien die Kosten: Die hätten sich um 140 000 Euro erhöht, die Pflege des Westparks koste Geld in einer niemandem bekannten Größenordnung. Dem angrenzenden Naturschutzgebiet drohe eine Vermüllung, die Hochwassersituation sei zu problematisch.

Zwei kritische Nachfragen gab es. Ein Mann wollte wissen, wie viel Geld für die Planung bereits ausgegeben worden sei. Oßenberg rechnete ihm eine Summe von 25 000 bis 30 000 Euro vor, die im Falle eines Erfolgs abgeschrieben werden müssten.

Eine Frau fragte nach, warum die WBG sich nicht früher gegen den Westpark ausgesprochen habe. Oßenberg räumte ein: „Es ist vielleicht richtig, dass die WBG früher hätte reagieren müssen, vielleicht schon 2011.“ Heike Mertens von der WBG erklärte, damals sei man noch nicht dagegen gewesen, weil noch kein Konzept existiert habe.

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