Betrug zwischen Bekannten: Handy-Attrappe verkauft

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Werdohl - Ein Betrug mit einem falschen Handy beschäftigte jüngst das Amtsgericht in Altena.

Ausgerechnet einer langjährigen Bekannten hatte die 32-jährige Angeklagte angeblich ein Smartphone aus der oberen Preisklasse angeboten. Rund 700 Euro kostet ein echtes „i-Phone 6S Plus“.

Laut Anklage klingelte die Angeklagte bei ihrer Bekannten an der Bahnhofstraße in Werdohl und bot ihr eine „wertlose, nicht funktionstüchtige Attrappe“ zum Preis von 150 Euro an. Als Begründung für den überhasteten Straßenverkauf nannte sie aktuelle finanzielle Probleme.

Gutes Geschäft oder Hilfe?

Die 34-jährige Zeugin wollte „helfen“, wie sie im Amtsgericht behauptete – möglicherweise hoffte sie aber auch auf ein gutes Geschäft mit einem teuren Artikel.

Als sich das Handy widerspenstig zeigte und nicht die erwarteten Funktionen aufwies, rief sie die Verkäuferin an und verlangte eine Rückabwicklung des Geschäftes. Das scheiterte: „Sie war frech am Telefon“, erinnerte sich die Zeugin und ging, wie angedroht, zur Polizei. „Ich war betroffen, weil sie mich verarscht hatte mit dem Handy“, sagte die Zeugin.

Die Angeklagte verlegte den Ort der Geschäftsabwicklung auf die Lennebrücke und behauptete, dass sie die Käuferin darüber aufgeklärt habe, dass es sich um eine Fälschung handelte. Und so ganz übel sei das Smartphone gar nicht gewesen: „Da ging Internet, da war alles o.k.“

Ausgleich statt Strafverfahren

Trotz einiger Vorstrafen der Angeklagten auf dem Gebiet des Betruges setzte Richter Dirk Reckschmidt auf einen Ausgleich der Geschäftsgegnerinnen: Der Angeklagten wurde aufgegeben, 160 Euro an die Zeugin zu zahlen. Im Gegenzug würde das Strafverfahren endgültig eingestellt.

Längere Verhandlungen über die Höhe der zu zahlenden Raten verhießen allerdings nichts Gutes.

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