Unternehmen werfen in Werdohl die Azubi-Angel aus

Werdohls Bürgermeisterin Silvia Voßloh und der Landtagsabgeordnete Thorsten Schick (2. von rechts) beteiligten sich neben anderen Besuchern nach der Eröffnung an dem Rundgang durch die BOM: Foto: Griese

Werdohl/Neuenrade - Zum siebten Mal haben Unternehmen aus Werdohl, Neuenrade und der übrigen Region am Mittwoch im Festsaal Riesei um Auszubildende geworben. Bei einer Berufsorientierungsmesse (BOM) hatten Schüler, die bald die Weichen für ihre berufliche Karriere stellen müssen, und Firmenvertreter die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

43 Aussteller präsentierten sich bei der BOM an 41 Ständen. Dabei waren nicht nur die großen Industrieunternehmen wie Vossloh, VDM Metals oder die Lukad Holding aus Werdohl, Klinke, das Drahtwerk Elisenthal oder die Echterhage Holding aus Neuenrade vertreten, sondern auch berufsbildende Schulen wie das Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg, das Berufskolleg für Technik, die Hochschule für Gestaltung oder die Iserlohner Unternehmerhochschule Bits. 

Auch Unternehmen aus den Nachbarstädten warfen in Werdohl ihre Angeln nach Nachwuchskräften aus: Möhling aus Altena, Kostal und Erco aus Lüdenscheid, Rickmeier und Paul Müller aus Balve gehörten dazu. Banken und Versicherungen, Krankenkassen und Gesundheitsdienstleister rundeten die Palette der Ausbildungsbetriebe ab. Nur spärlich vertreten waren Handwerksbetriebe, was auch Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann kritisch anmerkte: „Mir fehlt hier das Handwerk! Dabei ist das für unsere Region auch sehr wichtig“, sagte er. Das gelte es bei zukünftigen Veranstaltungen dieser Art zu ändern. Werdohls Bürgermeisterin Silvia Voßloh freute sich über „ein vielseitiges Angebot“ und eine „schöne Veranstaltung“, die Schülern die Möglichkeit gebe, die ersten Schritte in die berufliche Zukunft zu gehen.

An den Ständen zeigte sich dann, dass viele Jugendliche eben diese ersten Schritte noch schüchtern machen. „Man muss schon auf sie zugehen“, sagte Karl Nöcker, Abteilungsleiter beim Neuenrader Unternehmen Julius Klinke, stellvertretend für fast alle Firmensprecher. Um die Hemmschwelle für die Jugendlichen abzubauen, hatten viele ihre eigenen Azubis mitgebracht, die den Schülern auf Augenhöhe begegnen sollten.

Mit einer breiten Palette an Ausbildungsberufen warb die Lukad Holding um Nachwuchskräfte. In den Unternehmen der Gruppe, darunter die Werdohler Firmen Stauffenberg und Menshen, hätten die Auszubildenden die Möglichkeit, eine Job-Rotation zu durchlaufen, klärte Julian Gramann auf. So könnten Azubis auch einmal andere Arbeitsabläufe kennen lernen.

Wie schwer es für Unternehmen mitunter ist, für bestimmte Ausbildungsberufe Bewerber zu finden, drückte Marc Hennig von der Altenaer Firma Möhling aus: „Wir suchen dringend Mechatroniker“, klagte er. Vielleicht ist ja am Mittwoch der eine oder andere Schüler auf den Geschmack gekommen...

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