Beim Aufbau von Zelt und Kirmes greifen viele Hände ineinander

1125 Quadratmeter für ausgelassene Feststimmung

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Karibische Stimmung soll an der Cocktailbar im großen Festzelt herrschen. An beiden Theken werden am Schützenfest rund 3500 Gläser die Benutzer wechseln. WSV-Geschäftsführer Thomas Reiche passt auf, das alles gut läuft.

Werdohl - Es besitzt eine Fläche von 1125 Quadratmetern, ist an der höchsten Stelle rund sieben Meter hoch, allein der Fußboden wiegt rund 65 Tonnen und für seine Lieferung waren sieben Schwerlasttransporte nötig. Nach Angaben der Verleihfirma ist es von Januar bis Dezember an fast jedem Wochenende im Einsatz. Nun macht es Station in Werdohl: Das große Zelt für das Werdohler Schützenfest.

Den Wert des mobilen Bauwerks schätzt Manfred Lütticke, Zeltbesitzer und Geschäftsführer der Firma Heinrich Lütticke Zeltverleih GmbH auf rund 250 000 Euro: „Und das sind nur die Kosten für das Zelt allein. Hinzu kommen natürlich noch Dinge wie Anhänger oder ein Kran.“

Mit der Drolshagener Firma arbeite der Werdohler Schützen Verein (WSV) bereits seit rund 40 Jahren zusammen: „Wir wissen, dass wir uns auf die Firma verlassen können“, unterstreicht Thomas Reiche. Der Geschäftsführer des WSV ist seit Wochenbeginn nach eigenen Angaben „quasi rund um die Uhr“ am Festgelände aktiv, sein Handy klingele fast pausenlos. Während ihn ein Anruf der Grumis – der Partyband, die heute Abend ab 21 Uhr für ausgelassene Stimmung bei den Gästen sorgen soll – erreicht, die mit ihm letzte Details besprechen und mitteilen wollen, wie sehr sie sich auf das Schützenfest in Werdohl freuen, sind im Hintergrund viele – augenscheinlich hochmotivierte – Helfer dabei, das Zelt und vor allem die Innenausstattung schützenfestreif zu gestalten.

Dazu zählen eine rund 16 Meter lange Biertheke und eine Cocktailbar. „An der Cocktailbar gibt es alle Getränkevariationen, die man sich nur vorstellen kann“, betont Reiche. Für sie ist die Bielefelder Firma Bertelsmann zuständig.

Die Zuständigkeit der Biertheke und die damit verbundene Bewirtung übernimmt die Firma DIMO Veranstaltungsservice GmbH – eine Tochterfirma der Krombacher Brauerei, deren Bier im Zelt gezapft wird. Die Thekenteams werden von der Firma gleich mitgebracht. „Wir arbeiten im Schichtsystem. In jeder Schicht sind rund 25 Mitarbeiter tätig“, erklärt Stefan Woytusch vom Dimo Veranstaltungsservice.

Neben den Schläuchen der Zapfanlagen, die aufgrund der Nähe von Fass und Zapfhahn verhältnismäßig kurz sind, müssen auch Wasserschläuche verlegt werden: „Da sind wir bei locker 500 Metern!“, schätzt Thomas Reiche.

Dass die Schläuche der Feuerwehr ausgerollt werden müssen, hofft natürlich niemand. Doch für den Ernstfall gewappnet sind stets acht bis zehn Einsatzkräfte zur selben Zeit für die Brandsicherheitswache zuständig. Zudem arbeite der WSV mit der Sicherheitsfirma Bender und Bender aus Siegen zusammen: „Und das schon seit vielen Jahren. Das sind wirklich fähige Leute!“, betont Reiche und fügt hinzu, dass die Zusammenarbeit mit der Polizei ebenfalls essenziell wichtig für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sei: „In den vergangenen Jahren hat das immer seine Früchte getragen. Es hat nie große Negativ-Vorkommnisse gegeben.“ Die Zusammenarbeit mit Stadt und vor allem dem Bauhof sei in Reiches Augen ebenfalls „hervorragend“. Der Bauhof unterstützte den Verein unter anderem beim Aufbau „wo er nur kann“.

Auch beim Bau der Stadtspange sei der WSV bereits mit einbezogen worden: Durch die Spange muss das Zelt rund fünf Meter nach hinten und ein Stück in Richtung Lenne rücken: „Beim Einmarsch ins Zelt müssen wir nun eine kleine Kurve – eher gesagt, einen kleinen Knick marschieren – aber damit können wir uns gut arrangieren!“

Spannend wird das Wochenende unter anderem für Hartmut Langhoff. Er ist Platzmeister des Kirmes-treibens auf dem Goetheplatz. „Ein negativer Punkt ist das Fußballspiel der deutschen Mannschaft“, vermutet er, dass am Samstagabend während des EM-Viertelfinals die Gäste fernblieben.

Doch die Gäste, die kommen, können sich unter anderem auf eine zehn Meter hohe, sechs Meter breite und zehn Meter lange Rutsche, ein Bungeetrampolin oder das Karussell Petersburger Schlittenfahrt freuen. „Außerdem gibt es natürlich viele Imbissbuden und Klassiker wie Entenangeln oder eine Schießbude“, so der Platzmeister.

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