Bürgermeisterin erwartet Wohlfühloasen in der Stadt

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Viele Werdohler nutzten den vom Bürgerstammtisch ausgerichteten Empfang, um mit Freunden und Bekannten noch einmal auf das neue Jahr anzustoßen.

Werdohl -   Als einen vollen Erfolg kann der Werdohler Bürgerstammtisch den Neujahrsempfang werten, den er am Sonntag im Restaurant Vier Jahreszeiten ausgerichtet hat. Polit-Prominenz war ebenso zugegen wie viele Vertreter aus Vereinen, Kirche und Gesellschaft. Die Veranstaltung erfüllte ganz offensichtlich den Zweck, den sie erfüllen sollte: miteinander ins Gespräch zu kommen.

Folgt man der Stammtisch-Defintion von Ex-Bürgermeister Manfred Wolf, der die Moderation übernommen hatte, so war der Bürgerstammtisch eigentlich die ideale Gruppierung, um diesen Neujahrsempfang zu organisieren. Wolf zufolge besteht die Aufgabe eines Stammtisches nämlich darin, die Geselligkeit zu pflegen und politische Themen zu erörtern. Insofern war dieses Treffen zum Jahresbeginn kaum etwas anderes als ein großer Stammtisch, an dem in gemütlicher Runde Meinungen ausgetauscht werden konnten. Gesprächsthemen gab es ganz offensichtlich genug, denn schon vor dem offiziellen Beginn standen viele Werdohler in kleinen Gruppen beisammen und führten rege Gespräche, ganz nach dem Motto des Vormittags: „Werdohl trifft sich – Begegnungen, Gespäche, Unterhaltung“.

Weiteren Gesprächsstoff lieferten unter anderem anwesende Politiker. Beispielsweise Bürgermeisterin Silvia Voßloh, die auf 2015 zurückschaute, aber auch 2016 in den Blick nahm. Dabei ging sie auf die Flüchtlingssituation ein, die Werdohl einiges abverlange. Allerdings fiel Voßloh nicht in das Wehklagen anderer Politiker ein, sondern gab sich zuversichtlich, dass Werdohl die Herausforderung meistern werde. „Ich bin auch dankbar, dass wir in unserer Stadt viele engagierte Mitbürger haben, die sich der Menschen, die viel erlebt und hinter sich haben, annehmen und sie Alltag unterstützen und begleiten“, sagte sie mit Blick auf das Netzwerk Flüchtlingshilfe, dass „großartige und wichtige Arbeit“ leiste. Die Stadtverwaltung habe ihr Personal für die Flüchtlingsarbeit inzwischen auf fast neun Vollzeitstellen aufgestockt.

Werdohler Neujahrsempfang 2016

Voßloh rief die Höhepunkte des Jahres 2015 noch einmal in Erinnerung, darunter die Eröffnung des Freizeittreffs in Pungelscheid, die Jubiläen der Städtepartnerschaften mit Stavenhagen (25 Jahre) und Derwentside (40 Jahre), sowie den Beginn des Stadtumbauprojektes Brüninghaus-Platz und Stadtspange. Insbesondere von den städtbaulichen Maßnahmen, zu denen Voßloh auch die neue Lennepromenade und den Westpark zählte, erwartet die Bürgermeisterin eine Aufwertung der Stadt: „Im Laufe der kommenden Monate wird ein attrativer und wunderbarer Bereich entstehen, der die Innenstadt wieder liebenswert macht.“ Nach und nach würden „Wohlfühloasen geschaffen, um die uns mancher Nicht-Werdohler beneidet“, war Voßloh überzeugt.

Die Bürgermeisterin dankte auch allen, die sich ehrenamtlich mit Ideen und Tatkraft für die Stadt einsetzen. „Denn Sie alle schaffen es, dass unser Werdohl so liebenswert, abwechslungsreich und vielseitig ist.“

Koalition für Kommunalfinanzen

Die Würdigung der Arbeit von vier Personen, die sich in verschiedenen Bereichen um Werdohl verdient gemacht haben, war dann Manfred Wolf vorbehalten. Er dankte im Namen des Bürgerstammtisches Erwin Kroher für seinen Einsatz im Zusammenhang mit der Lennefontäne, Fritz Blach und Fred Lange für ihr Engagement für den Kletterfelsen und Heidrun Kahn, die den Bürgerstammtisch auf vielfältige Wiese unterstütze.

Anschließend hob Wolf den Neujahrsempfang dann wieder auf eine politische Ebene, indem er die Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag (SPD) und Christel Voßbeck-Kayser (CDU), die Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (SPD) und Thorsten Schick (CDU) sowie Landrat Thomas Gemke mit den Werdohler Wünschen und Sorgen konfrontierte. Ein interessanter Ansatz vor dem Hintergrund seiner Stammtisch-Definition, doch wirklich Neues erfuhren die Anwesenden dabei nicht. Aber Wolf wäre nicht jahrzehntelang an maßgeblicher Stelle für die kommunalpolitischen Geschicke Werdohls verantwortlich gewesen, hätte er den Abgeordneten nicht noch einen „Arbeitsauftrag“ mit auf den Weg gegeben: „Warum gibt es angesichts von hunderten von Abgeordneten mit kommunalpolitischer Vergangenheit eigentlich noch keine fraktionsübergreifende Mehrheit zur Verbesserung der Kommunalfinanzen?“, fragte er in den Raum.

Darüber, aber auch über viele andere Themen diskutierten die Werdohler und ihre Gäste anschließend noch weiter. Musikalisch untermalt wurde der Neujahrsempfang durch den Lüdenscheider Martin Auth am Keyboard, sowie durch den Gemischten Chor Werdohl unter der Leitung von Astrid Höller-Hewitt.

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