Baugrunderkundung für neue Lennebrücke beginnt

Das kleine rote Boot, das am Lenneufer vertäut ist, soll Geotechnikern dabei helfen, das Flussbett zu erkunden. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen sind wichtig für die Planung der neuen Lennebrücke. Foto: Griese

Werdohl - Ein kleines rotes Boot mit Außenbordmotor, das am Lenneufer festgemacht ist, deutet seit einigen Tagen darauf hin, dass es bald voran gehen wird mit dem Bau der neuen Lennebrücke. Nur einen kleinen Schritt zwar, aber für die vielen Auto- und Lkw-Fahrer, die tagtäglich auf der B 236 an der halbseitig gesperrten Brücke vor der Ampel stehen, ist es ein Hoffnungsschimmer.

Von dem Boot aus, das an einem kleinen Ponton-Anleger ein wenig oberhalb des Lennewehrs an der Schlacht vertäut ist, sollen Geotechniker ab nächster Woche Baugrunderkunden durchführen. Das teilte Michael Overmeyer, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW auf Anfrage mit. Etwa drei Monate sollen diese Untersuchungen dauern, die notwendig sind, um die neue Lennebrücke planen zu können. Denn je besser die Kenntnis des Untergrundes und je größer das Wissen um die Beherrschbarkeit des Baugrundes, desto genauer ist eine Kalkulation für den notwendigen Gründungsaufwand möglich.

Liegen die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung vor, werde der Landesbetrieb die Planung der neuen Brücke vergeben. Dieser erste Entwurf solle bis September vorliegen, erklärte Overmeyer. Er müsse dann dem NRW-Verkehrsministerium vorgelegt werden. Mit einer überarbeiteten Version sei dann für Anfang 2017 zu rechnen, dann könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Ganz grob geschätzt, könnte mit dem Bau der neuen Brücke Ende 2017 begonnen werden“, sagte Overmeyer, der von einer Bauzeit von zwei Jahren ausgeht.

Bevor mit dem Bau der neuen etwa 90 Meter langen Brücke begonnen werden kann, muss natürlich die alte Brücke abgerissen werden. Und bevor das geschehen kann, muss eine Alternative zur Überquerung der Lenne geschaffen werden. Deshalb wird der Landesbetrieb zuallererst einige Meter flussaufwärts und zum Teil auf dem Gelände der Firma Brinkmann Pumpen eine Notbrücke errichten. Vorgesehen ist eine nach Worten von Michael Overmeyer zweispurig befahrbare Brücke, die auch schwere Lasten vertragen kann. „Das ist schon relativ schweres Gerät“, sagte der Sprecher des Landesbetriebs. Der große Vorteil für die Verkehrsteilnehmer: Wartezeiten vor der roten Ampel entfallen.

Seit etwas mehr als einem Jahr kann die 60 Jahre alte Lennebrücke nur einspurig befahren werden, weil statische Neuberechnungen ergeben hatten, dass sie nicht mehr über ausreichend Traglast für den Lastwagen-Verkehr verfügt. Eine Sanierung der Brücke kommt aufgrund von konstruktiven Mängeln nicht infrage. Die Kosten in noch unbekannter Höhe werden komplett aus Bundesmitteln finanziert.

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