Amüsantes bei Premiere des Geschichtsbummels

+
Aktuelle Entwicklungen wurden in den Geschichtsbummel – wie hier beim Besuch auf dem Brüninghaus-Platz – in das Gespräch mit aufgenommen.

Werdohl - Mehr als 20 Teilnehmer erlebten am Mittwochnachmittag eine gelungene Premiere des Geschichtsbummels. Die neue Veranstaltungsform bieten Udo Böhme und Andreas Späinghaus im Namen des Werdohler Heimat- und Geschichtsvereins an.

Dabei gehen die beiden mit einer Gruppe durch die Innenstadt und erzählen Wissenwertes, Spannendes und Amüsantes. Beim ersten Bummel dabei waren jetzt auch Ex-Bürgermeister Siegfried Griebsch und seine Nachfolgerin Silvia Voßloh.

„Werd heißt Insel und Ohl bezeichnet eine große Wiese am Fluss“, stieg Udo Böhme gleich in die Vollen ein. Zuvor hatte er die Premieren-Teilnehmer gefragt, ob sie wüssten, was Werdohl denn heiße. Niemand hatte die korrekte Antwort parat. Und so gestand Alt-Bürgermeister Siegfried Griebsch schon nach wenigen Metern, er habe einiges dazu gelernt. Auch die erste Bürgerin der Stadt Silvia Voßloh trat immer wieder näher an Späinghaus und Böhme heran – und hörte ihnen aufmerksam zu.

Dabei wurde das Ganze kein trockener Vortrag. Jahreszahlen hatten die beiden Geschichtsbummler nur ein paar parat. Vielmehr wurde viel gelacht. Und immer wieder brachten sich die Zuhörer ein. Mal stellen sie Nachfragen und entschuldigten sich sogleich dafür: „Sehen Sie es mir nach, aber ich bin zugezogen.“

An anderer Stelle traten Erinnerungen der Teilnehmer wieder zu Tage und so ergänzten sie die Erzählungen der beiden Initiatoren des neuen Rundgangs durch die Werdohler Geschichte. Da überlegten in der Neustadtstraße etwa zwei Frauen: „War hier nicht früher an der Ecke ein Juwelier-Geschäft?“ Und auch weitere Mit-Gänger konnten sich an diesen einstigen Laden gut erinnern.

Am Fritz-Thomée-Platz fragte eine Mit-Bummlerin: „Hat hier nicht einmal eine alte Villa gestanden?“ Und in der Tat: Böhme referierte über das Elternhaus des einstigen Landrats Thomée, das dort stand, wo heute ein Discounter seine Kunden empfängt. Und dort, wo heute die Gaststätte Zum Spiegel steht, befand sich einst ein Metzger-Laden. Böhme: „Der hat auf der Straße geschlachtet – im 19. Jahrhundert.“

Jeder Teilnehmer dieser Premiere entdeckte im umfangreichen Wissen, das Böhme und Späinghaus zusammengetragen hatten, noch etwas Neues. So wussten die zwei zu berichten, dass einst in Werdohl von Zeit zu Zeit Besen vor den Haustüren standen. Das sei ein Zeichen gewesen, dass die Bewohner gerade nicht daheim waren. Besucher konnten abdrehen und wieder gehen. Und die Nachbarn hatten ein Auge darauf, dass niemand in die Wohnung ging, der dort nichts zu suchen hatte.

Am Brüninghaus-Platz erklärte Andreas Späinghaus, dass dort in den 60er- und 70er-Jahren Hochhaus- beziehungsweise Plattenbau-Siedlungen geplant worden seien. In den 80er-Jahren habe der Bau des Platzes in seiner heutigen Form stattgefunden. Dann fragte der Geschichtsbummler die Bürgermeisterin: „Nächstes Jahr sieht es hier doch schöner aus?“ Voßloh antwortete: „Um diese Zeit? Naja, da sieht es hier anders aus. Fertig ist der Platz dann aber noch nicht.“

Später auf der Stadtbrücke zeigte Späinghaus auf die Sonnenfänger auf dem Remmelshagen. Dort oben habe sich einst eines der zahlreichen Werdohler Wirtshäuser befunden.

Der Getränke-Händler sei seinerzeit in der Neustadtstraße angesiedelt gewesen. Telefone oder gar Internet gab es noch nicht. Und so hisste der Wirt die Fahne, wenn er wieder Bier brauchte. Das war für den Getränke-Händler das Zeichen, die Pferde vor den Karren zu spannen.

Nach knapp zwei Stunden kehrte die Gruppe wieder zurück ins Stadtmuseum. Alle Teilnehmer erhielten von den beiden Geschichtsbummlern noch ihr Zertifikat, wonach sie sich nun „wissend in Werdohler Geschichte“ bezeichnen dürften. Und Böhme und Späinghaus forderten sie ausdrücklich auf, dieses Wissen auch weiter zu geben. Für ihre Art der Weitergabe erhielten die beiden einstweilen einen Applaus von den Premieren-Gästen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare