B 236-Sperrung: Ärgerlich – aber notwendig

Täglich befahren etwa 200 Lkw der Firma Kayser die B 236. Bald müssen sich die Fahrer eine Alternative suchen. J Foto: Kirsch

Werdohl - Zeitverlust, höherer Benzinverbrauch, mehr Verschleiß – mit der Sperrung der Bundesstraße 236 ab dem 20. Mai, kommen auf Werdohler Unternehmen Probleme und Umstände zu.

„Wir haben 150 bis 200 Fahrten täglich, die über die B 236 gehen“, sagt Axel Neu, kaufmännischer Angestellter der Spedition Walter Kayser, die ihren Sitz In der Lacke 2 hat. Durch die geplante Sperrung müssten die Lkw dann einen Umweg fahren. Die Folgen seien mehr Zeitaufwand sowie höhere Benzinkosten und mehr Verschleiß. „Das bedeutet Mehrkosten von 7000 bis 7500 Euro pro Tag“, rechnet Neu vor. Auch, wenn er sich ärgere, sehe Neu die Notwendigkeit für die Bauarbeiten. Allerdings könnte er nicht verstehen, warum die Straße nicht zeitgleich mit dem Abriss des Hauses in Altena und der Fällung der Bäume vor einigen Monaten erneuert wurde: „Dann wäre es ein Abwasch gewesen.“

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Neu sieht ein generelles Problem in Deutschland. Anstatt Straßen und Brücken in Schuss zu halten und früh genug zu reagieren, würde seiner Ansicht nach einfach zu lange gewartet, „bis es Totalsanierungsfälle sind“.

Ebenfalls etwa 200 Fahrten täglich über die B 236 verzeichnet der Entsorgungsfachbetrieb NBTK Michael Ulbrich GmbH & Co. Die Lkw des Werdohler Unternehmens bringen Materialien zum Kraftwerk in Elverlingsen oder holen Staub und Asche von dort ab. Aufgrund der Sperrung müssten die Fahrer über Lüdenscheid Mitte oder auf die B 229 ausweichen, um auf die Autobahn zu gelangen. Da es sich um Tagesgeschäfte handele, könne das Unternehmen der Sperrung nicht mit zeitlicher Verschiebung entgegenwirken, erklärt Disponent Oliver Spiecker. Das sei ärgerlich.

Auch Gerd Schlotmann, Geschäftsführer der Firma Transporte Schlotmann, ist von der Sperrung betroffen. Aber: „Ich vertraue Straßen NRW, dass die Sperrung nicht länger ist als nötig.“ Auch für ihn seien die Baumaßnahmen mit Mehrkosten verbunden. Für einen Umzug in Altena müsse er dann eine Stunde mehr einplanen. Das schlage sich auf die Personalkosten nieder, da seine Mitarbeiter pro Stunde bezahlt würden. Zwischen vier und sechs Mitarbeiter seien für einen Umzug erforderlich.

Täglich nutzten die Fahrzeuge die B 236 etwa vier Mal. Trotzdem wolle Schlotmann nicht motzen. Vielmehr sei er dankbar, dass die Straße gemacht würde. Er hofft, das Ergebnis werde so gut wie die Strecke nach Neuenrade: „Das ist ganz toll geworden.“

Von Jana Peuckert

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