Awo: Hilferuf an die Mitglieder

Die regelmäßigen Tanzveranstaltungen für Ältere im Vier Jahreszeiten werden nicht mehr von der Awo unterstützt. Die Männer und Frauen treffen sich jetzt privat.

Werdohl - Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) bekommt Probleme mit der Altersstruktur und dem Ehrenamt. Vorsitzender Herbert Scholz (71) hat im Namen des Vorstandes dieser Tage eine Art Brandbrief an die Mitglieder geschrieben. Er will im kommenden Jahr nicht noch einmal als Vorsitzender antreten. Scholz gegenüber unserer Redaktion: „Es wird mir einfach zu viel.“

Ende September informierte Scholz die Mitglieder der Awo Werdohl-Versetal über bevorstehende Schwierigkeiten. Einige Mitglieder würden zur Jahreshauptversammlung Anfang 2016 aus dem Vorstand ausscheiden, er selbst werde der Awo nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stehen. Scholz ist gebürtiger Werdohler, lebt jetzt schon länger in Neuenrade und war 20 Jahre hauptamtlich bei der Awo in Hagen beschäftigt. Seit sieben Jahren ist er ehrenamtlicher Vorsitzender des Ortsvereins, zuletzt wurde er 2012 für vier Jahre gewählt. 2016 soll für ihn Schluss sein.

Er schreibt an die Mitglieder: „Um die Zukunft der Vorstandsarbeit zu gewährleisten, brauchen wir dringend Eure Hilfe. Es wäre schön, wenn sich einige von Euch mit ihren Kenntnissen in die Verbandsarbeit verantwortlich einbringen würden. Bitte sorgt durch Eure Mitarbeit dafür, dass die Awo in Werdohl weiter bestehen und von einem guten Vorstand geführt werden kann – zum Wohle der Awo-Mitglieder und der Menschen, für die diese Ehrenamtsarbeit gemacht wird.“ Die Mitglieder des Ortsvereins werden immer älter, die Mitgliederzahl ist in wenigen Jahren von 240 auf jetzt nur noch 160 gesunken.

In dieses Bild passt hinein, dass sich auch um die Finanzierung der Arbeit Gedanken gemacht werden musste. Nicht mehr kostendeckend sei der Zuschuss gewesen, den die Awo mehrere Jahrzehnte an die regelmäßigen Senioren-Tanzveranstaltungen im Vier Jahreszeiten vergab. Im Jahresplan der Awo waren diese Tanztees ein fester Bestandteil, jetzt werden sie privat fortgeführt.

Laut Scholz seien immer weniger Senioren zum Tanzen gekommen, viele seien noch nicht einmal Awo-Mitglied gewesen. Scholz auf Nachfrage: „Wir können das Vergnügen von einigen wenigen Leuten nicht mehr aus der Awo-Kasse unterstützen. Uns als Vorstand tut das Leid, aber wir haben andere wichtigere Aufgaben.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare