Autorin Doris Althoff liest aus ihrem Krimi mit Lokalkolorit

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Doris Althoff hatte ihren Lesetisch stimmungsvoll mit Kerzen und Geldkassetten in Szene gesetzt.

Werdohl - Wer sich vor Beginn von Doris Althoffs Krimilesung beim Bürgerstammtisch einen von ihren Keksen auf der Zunge zergehen ließ, konnte schon ahnen, dass es nicht ganz so schlimm kommen würde.

Denn die Leckerlis hatten zwar die Form eines Messers und eine festgewordene rote Flüssigkeit auf ihrer Spitze. Doch am Ende erwiesen sie sich als butterweiche Kekse mit Glasur, und das war ganz lecker. 

Ähnlich erging es den Zuhörern mit der von der Autorin ausgewählten Krimigeschichte aus der Anthologie „Mord im Denkmal“. Das war ein zum Buch gewordenes Projekt der Krimiwerkstatt der VHS Volmetal, in der die Werdohlerin seit langem Mitglied ist. Es kam im Kurzkrimi „Der lange Schatten des Königs“ also nicht ganz so schlimm, wie die Zuhörer auf halber Strecke noch hatten fürchten müssen. 

Stimmungsvolle Szenerie

Stimmungsvoll hatte die Autorin aus Pungelscheid ihren Lesetisch im Versevörder Hof mit Kerzen, einer Laterne, Büchern, Landkarten und Geldkassetten in Szene gesetzt. Dass größere Mengen Geldes oder Goldes Begehrlichkeiten wecken, die eine tödliche Wirkung entfalten können, ist bekannt. 

Einem Ordnungsamtsleiter, einem Landschaftsgärtner, einem Rechtsanwalt und einem Werdohler Bürgermeister geht es nicht anders. Anlass für die aufkommende Gier ist ein gemeinsam ausgefüllter Lottoschein, der bei einem erhofften Gewinn von mehr als vier Millionen Euro alle Vier glücklich und zufrieden machen könnte. „Der ist ein Bürgermeister, und der will seine Freunde um die Kohle bescheißen?“, heißt es beispielsweise über das Stadtoberhaupt. 

Im Taucheranzug durch Pungelscheid

Aber auch die anderen Herren sind nicht abgeneigt, ihren persönlichen Gewinn durch Gewalttaten aufzustocken. Währenddessen schleicht der Ordnungsamtsleiter im Taucheranzug durchs nächtliche Pungelscheid, wo er einen Schatz in einem alten Brunnen vermutet. Für zwei seiner Kumpels ist seine Rumturnerei in dem alten Gemäuer eine gute Gelegenheit, ihn wegen des Lottoscheins loszuwerden. 

Es ist eben immer wieder erschütternd, wie schnell und geschmeidig es sich mordet, wenn nur genug Geld im Spiel ist. Ein Satz fiel in dem ganzen finsteren Treiben besonders sympathisch auf: „War das die Polizei oder – schlimmer noch – die Presse?“ Die ist tatsächlich vor Ort, als der schatzsuchende Ordnungsamtsleiter zwar nicht tot, aber doch immerhin mit einer Gehirnerschütterung und zwei gebrochenen Armen im Krankenhaus liegt.

Erste Lesung in diesem Rahmen

Er bleibt dort nicht lange alleine. Und was noch festzuhalten ist: Auch in der Welt der Krimis gibt es ein Heimatblatt, das Bescheid weiß: „Sein Bild war groß im Süderländer Volksfreund: ‚Ordnungsamtsleiter auf Tauchgang’“. 

Das alles war recht unterhaltsam, schön vorgetragen und eine Werbung, den Bürgerstammtisch mal wieder durch eine Lesung zu bereichern. Denn diese war die erste ihrer Art in diesem Rahmen.

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