Ausstellung über Arnold Menshen eröffnet

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Zu den vielen Geschichten über Arnold Menshen gehört auch jene, dass er immer Geschicklichkeitsspiele und Puzzles bei sich gehabt habe. Peter Kölsche (links) brachte die Nägel eines solchen Spiels zur Freude der Umstehenden tatsächlich zum Schweben.

Werdohl - Nichts ging mehr im großen Ausstellungsraum des Kleinen Kulturforums im Werdohler Bahnhof: Riesig war am Sonntag das Interesse an der Eröffnung der Ausstellung über „Leben und Wirken des Werdohler Ehrenbürgers Arnold Menshen (1928 bis 2012)“.  

Das Interesse war sogar so groß, dass viele Besucher nicht mehr in den Raum passten und die Ausstellungseröffnung von den Nebenräumen aus verfolgen mussten. Heiner Burkhardt vom Heimat- und Geschichtsverein Werdohl sowie Silvia Voßloh begrüßten die Besucher. Die Bürgermeisterin dankte dem Arbeitskreis des Vereins unter der Leitung von Altbürgermeister Manfred Wolf, dem Historiker Oliver Schulz, der Familie Menshen sowie den Mitarbeitern des Unternehmens für ihre Unterstützung bei der Zusammenstellung der Ausstellung.

Sehr groß war das Interesse an der Eröffnung der Ausstellung über Werdohls Ehrenbürger Arnold Menshen. Viele Besucher schafften es gar nicht bis in den großen Ausstellungsraum des kleinen Kulturforums.

Wer Geduld hatte und mit seinem Blick auf die Vitrinen warten konnte, fand mitten im Raum eines der bemerkenswertesten Exponate der Ausstellung: ein „Abrechnungsbuch der Schrotthandlung aus den 1960er Jahren“. Sorgfältig sind die Posten eingetragen: Altpapier, Nutzeisen, Gusseisen, Rotguss, „ein Ofen“. Ein Dokument aus einer Zeit, als die Gründung von Arnold Menshens Unternehmen noch nicht allzu lange zurücklag.

Sein ältester Sohn Knut Menshen erzählte im Kulturforum von diesen Anfängen, als sein Vater nach dem Krieg zu Fuß von Bielefeld nach Werdohl zurückwanderte und „aus Schrott, Lumpen und viel Arbeit“ ein kleines Unternehmen formte. Als Fahrzeug stand Arnold Menshen und seinem Bruder ein Drei-Rad-Laster mit Schrottbimmel zur Verfügung. Aus diesen Anfängen wuchs ein Unternehmensverbund, dessen 2500 Mitarbeiter heute weltweit 450 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. „Als Unternehmer und Führungspersönlichkeit war er seiner Zeit weit voraus“, sagte Knut Menshen und nannte einige Eigenschaften, die seinen Vater auszeichneten: Entscheidungsfreudigkeit, die Fähigkeit, Dinge delegieren zu können und immer menschlich und authentisch aufzutreten.

Knut Menshen erinnerte sich mit sehr persönlichen Worten an seinen Vater und den Unternehmer Arnold Menshen.

Erholung habe sein Vater in der Familie, in seiner sauerländischen Heimat und beim Segelfliegen gefunden. Saxophonist Jürgen Kneist nahm all das zum Anlass, Arnold Menshen mit Frank Sinatras „My Way“ zu würdigen. Als besonderer Gast wurde Uschi Menshen im Kulturforum begrüßt, die einst als eine Art Innenministerin ihres Mannes gehandelt wurde. Ein großes Herz hatte der Unternehmer nicht nur für seine Familie, sondern auch für die Stadt, der er sich als geborener Werdohler zeitlebens verbunden fühlte. Er unterstützte Vereine und Initiativen in Werdohl und seinem Wohnort Neuenrade. - Von Thomas Krumm

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