Thomas Volkmann und Gerhard Kania im Egoland

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Das Künstlerduo Gerd Kania (l.) und Thomas Volkmann arbeitet sich unter anderem an Legosteinen ab.

Werdohl - Collagen, Bilder und Objekte zeigt die Ausstellung „Achtung! Kunst“, zu der die heimischen Künstler Gerhard Kania und Thomas Volkmann in die Kunsthalle Südwestfalen im Gewerbepark Eveking einladen.

Von Thomas Krumm

Als Gastkünstler zeigen die Werdohler Künstlerin Maike Reininghaus und Jürgen Schubbe aus Paderborn einen Querschnitt durch ihre Arbeiten.

Die Ausstellung „Achtung! Kunst“ wird am Samstag, 18. April, um 18 Uhr in der Kunsthalle Südwestfalen eröffnet. Diese befindet sich im Gewerbepark Eveking, Hauptstraße 67. Eine zweite Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung gibt es am Freitag, 24. April, von 18 Uhr bis 21 Uhr.

„Verfremdungen“ sind das Thema einer Serie von Portraits, die Maike Reininghaus gemeinsam mit Thomas Volkmann in mehreren Schritten schuf. Am Anfang stand immer ein gezeichnetes Portrait, das berühmte Vorbilder variiert – von der biblischen Salome-Erzählung und Hieronymus Boschs Höllendarstellungen bis zu Ikonen der Neuzeit wie dem Literaten William S. Burroughs und dem androgynen Avantgarde-Musiker Marylin Manson.

Diese Zeichnungen ergänzt Maike Reininghaus durch Gestaltungsmittel der Collage zu teils grotesken Bildkompositionen, die in einem zumeist humorvollen Dialog mit ihren Vorbildern stehen. Assoziationen mit Themen und Figuren aus Literatur, Mythologie und Geschichte haben ebenso Thomas Volkmann stets begleitet. Auch er zeigt Werke, in denen diese Bezüge mit collageartigen Eingriffen und diversen Zitaten verwoben werden.

„Ein auf den ersten Blick verwirrend erscheinender Kosmos erschließt sich, sobald man sich darauf einlässt“, versichert der Künstler. Darüber hinaus zeigt Thomas Volkmann Übermalungen von Fotografien einer Tanzperformance zu Oscar Wildes „Salome“.

Gezeichnete Portraits von Menschen zeigt der Paderborner Künstler Jürgen Schubbe. Ihm geht es dabei nicht um realistische Abbilder oder das Festhalten von äußerlichen Merkmalen, sondern um eine Konfrontation des Betrachters „mit einer Gestalt, die irritierende, bisweilen sogar dämonische Züge trägt“. Viele dieser Portraits füllen oder sprengen das ihnen gesetzte Format. Die Bilder schauen zurück: Jürgen Schubbe setzt auf die Wechselwirkung zwischen dem Sehenden und dem Gesehenen und die „ganz unmittelbare Hinterfragung des Betrachters“.

Legosteine sind die Grundform der Ausstellung

Ins Legoland beziehungsweise „Egoland“ ist das Künstlerduo Gerhard Kania / Thomas Volkmann unterwegs. Die beiden gossen Plastiken aus Beton und Gips deren Grundform den Legosteinen entsprungen ist. Diese Häuser sind aufgrund ihres Entstehungsprozesses weniger konform als ihre Vorbilder und sollen dadurch das Verhältnis von Individualität und Einförmigkeit thematisieren.

Der hohe Bekanntheitsgrad der Lego-Steine, die gleichermaßen für „Einfachheit und Kreativität“ stehen, liefert Ausgangspunkte für weitere Assoziationen und Erinnerungen an individuelle Erlebnisse. Gerhard Kania und Thomas Volkmann verbinden damit einen skeptischen Blick auf die Möglichkeit, „besonders“ zu sein: „Der Titel ‚Egoland’ spiegelt die Gesellschaft als Land der Egos. Jeder ist sich selbst der Nächste und ist vom Wunsch nach Individualität geprägt und scheitert dabei kläglich.“

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