Ausstellung zur Elektrifizierung der Ruhr-Sieg-Strecke

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Werdohl - „Da hinten ganz in der Ecke, da stehe ich“, sagt Reiner Müller – und deutet auf eine Schwarz-Weiß-Fotografie, in deren Vordergrund ein geschmückte E-Lok zu sehen ist. Aufgenommen wurde sie am 14. Mai 1965, als der Einweihungszug anlässlich der Elektrifizierung der Ruhr-Sieg-Strecke den Werdohler Bahnhof passierte.

Diese und viele weitere Aufnahmen aus der Zeit der Elektrifizierung können Interessierte genau 50 Jahre später – ab Donnerstag, 14. Mai – im Werdohler Stadtmuseum betrachten. Dann wird um 11.30 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die Reiner Müller angeregt hat. Der Werdohler ist Mitglied des Eisenbahnstammtischs, der zum Geschichts- und Heimatverein Werdohl gehört.

Seine Idee kam bei den Eisenbahnfreunden gut an. Der Neuenrader Heinz-Werner Turk war sofort bereit, sein umfangreiches Archiv zu durchstöbern, um Fotos und Dokumente für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Das freut auch den Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins, Heiner Burkhardt. „Die Elektrifizierung war ein wichtiges Kapitel für Werdohl“, stellt er fest. Die E-Loks hatten ihren dampfbetriebenen Vorgängern einiges voraus; sie konnten nicht nur schneller anfahren und bremsen, sondern erwiesen sich auch als stärke Zugmaschinen.

„Allerdings war die Elektrifizierung mit sehr viel Aufwand und Arbeit verbunden“, erinnert Burkhardt. Bereits um 1960 hätten die Vorbereitungen begonnen, sagt Müller und erklärt: „Die E-Loks waren höher als ihre Vorgänger. Deshalb mussten die Tunnel erweitert werden.“ Nach oben war keine Luft, also wurden die Gleise tiefergelegt. „Bis zu 70 Zentimeter“, weiß Turk. Manche Tunnel seien sogar im oberen Bereich aufgerissen worden.

„Das war eine spannende Zeit“, stellt Burkhardt fest. Umso aufregender war es, als die Lok E10 mit Bügelfalte – sie erreichte immerhin schon eine Spitzengeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern – schließlich durch den Werdohler Bahnhof ratterte. Das können die Besucher der Ausstellung nachempfinden.

Wer am Donnerstag keine Zeit hat, kann die Ausstellung im Stadtmuseum am Sonntag, 17. Mai, oder aber am Pfingstsonntag, 24. Mai, besuchen. Das Stadtmuseum öffnet dann jeweils von 10 bis 12.30 Uhr. - Von Carla Witt

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